EQ-Einstiegsqualifkation


Jugendliche, die im laufenden Jahr ein Schulabschluss- bzw. Schulabgangszeugnis erhalten haben und zum 30.09. keine Ausbildungsstelle gefunden haben, können ab dem 01.10. ein 6- bis 12-monatiges Praktikum als Einstiegsqualifizierung in einem Ausbildungsberuf absolvieren. Jugendliche aus früheren Schulentlass­jahrgängen können ab dem 01.08. eine EQ beginnen. Betriebe, die ein solches Praktikum anbieten, können dafür vom Bund (Agentur für Arbeit) finanzielle Unterstützung erhalten. Einzelheiten regelt die am 28.07.2004 erlassene "Richtlinie zur Durchführung des Sonderprogramms Einstiegsqualifizierung Jugendlicher" in der Fassung vom 12.01.2007.

 

1. Welche Vertragsform bietet sich an?
Einstiegsqualifizierung ist keine Berufsausbildung, sondern ein Langzeitpraktikum. Daher wird auch kein Berufsausbildungsver­trag, sondern ein versicherungspflichtiger Qualifizierungsvertrag über die Dauer von mindestens sechs und maximal zwölf Monaten abgeschlossen. Ein von uns entwickeltes Vertragsformular sowie einen Mustervertrag senden wir Ihnen gerne zu (Download s. unten). Kommt es zum Vertragsschluss, ist eine Kopie des Vertrages direkt an die Handwerks­kammer zur Registrierung weiterzuleiten.

 

2. Wie hoch sollte die Vergütung sein?
Wenn der Arbeitgeber bei der Einstiegsqualifizierung die Fördermöglichkeit nach dem Sonder­pro­gramm „Einstiegsqualifizierung Jugendlicher“ (EQJ) nutzt, empfehlen wir, mit dem Jugend­lichen eine Förderung, die dem Maximalzuschuss von 231,00 EURO entspricht, zu vereinbaren. Entsprechend der Förderung (der Arbeit­geber erhält eine Erstattung von bis zu 231,00 EURO plus einen entsprechenden Gesamt­sozial­versiche­rungs­beitrag in Höhe von 116,00 EURO) muss der Arbeitgeber in diesem Fall keine eigenen Kosten für die Vergütung des Jugendlichen tragen. Der Betrieb zahlt lediglich die Sach- und sonstigen Personalkosten.

 

3. Wie und wo wird die finanzielle Förderung beantragt?
Auf Antrag des Betriebes bewilligt die örtliche Agentur für Arbeit (AA) die Leistungen durch schrift­lichen Be­scheid. Antragsformulare gibt es bei der AA. Die Förderung wird rückwirkend monatlich ge­währt. Die Leistun­gen werden im Rahmen der ver­an­schlag­ten Haushaltsmittel er­bracht. Wegen der Be­gren­zung der Haus­halts­mittel besteht kein Rechtsanspruch auf die Leistungen. Dieses Risiko tritt allerdings erst dann ein, wenn bundesweit die Gesamtzahl von 40.000 Einstiegsqualifizierungs­plätzen über­schritten wird.

 

4. Besteht Berufsschulpflicht? 
Nur bis zum Ablauf des Schuljahres in dem der Jugendliche das achtzehnte Lebensjahr vollendet.

 

5. Die Einstiegsqualifizierung erfolgt in Form von Qualifizierungsbausteinen. Welche Inhalte werden in den Qualifizierungsbau­steinen vermittelt?
Fertigkeiten und Kenntnisse, die als berufstypische Standardaufgaben Teil eines anerkannten Aus­bildungs­berufes sind und in dem dazugehörigen Ausbildungsrahmenplan konkret beschrie­ben sind. Wenn Sie sich für einen Baustein entschieden haben, senden wir Ihnen gerne die kon­krete Be­schrei­bung, der zu vermittelnden Tätigkeiten zu. Die Länge des Praktikums muss mindestens 6 Monate, höchstens aber 12 Monate sein.

 

6. Wie wird die Teilnahme an der Einstiegsqualifizierung nachgewiesen?
Der Betrieb stellt für jeden Qualifizierungsbaustein, der mit „Erfolg“ oder „gutem Erfolg“ im Rahmen der Einstiegsqualifizierung absolviert wurde, ein betriebliches Zeugnis aus. Ein Zeug­nismuster erhalten Sie bei der Handwerkskammer. Wenn der Qualifizierungsvertrag vom Be­trieb der Kammer zugesandt wurde, stellt die Kammer auf Antrag des Betriebes außerdem ein Zertifikat über die Teilnahme und die angebotenen In­halte der Einstiegsqualifizierung aus, wenn min­destens ein Qualifizierungsbaustein erfolgreich abge­schlos­sen wurde oder wenn bei vorzeitiger Beendigung der Einstiegsqualifizierung die Mindestdauer von 6 Monaten erreicht wurde.

 

7. Was muss ein Betrieb tun, um eine Einstiegsqualifizierung anbieten zu können und die Förderung zu erhalten?
Hat sich ein Jugendlicher, der für eine Einstiegsqualifizierung in Frage kommt, bei dem Betrieb gemeldet, sollte sich der Betrieb zunächst über die für seinen Bereich in Frage kommenden Qualifizierungsbausteine informieren und die Dauer festlegen. Hierbei hilft die Handwerkskammer. Anschließend sollte der Antrag auf Förderung bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Wird die Förderung bewilligt, kann der Qualifizierungs­vertrag abgeschlossen werden, der dann bei der Handwerkskammer einzureichen ist.

 

8. Anrechnung
Eine Einstiegsqualifizierung kann mit maximal 6 Monaten auf die spätere Ausbildungsdauer im entsprechenden Ausbildungsberuf angerechnet werden unter der Voraussetzung, dass fachbezogener Berufsschulunterricht stattgefunden hat. Als Nachweis ist das Berufsschulzeugnis vorzulegen.

 

Das Vertragsformular können Sie hier (.pdf) herunterladen.

 

Zum Flyer für weitere Infos (.pdf)

 

Bei Fragen zur betrieblichen Einstiegsqualifizierung wenden Sie sich bitte an:

  • Sabine Collatz (Telefon: 0521 / 56 08 - 3 11)
    Bau- und Ausbauberufe sowie Holzberufe 
     
  • Tim Zimmermann (Telefon: 0521 / 56 08 - 3 05)
    Fahrzeugberufe
     
  • Renate Dank (Telefon: 0521 / 56 08 - 3 06)
    Elektroberufe, Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe, Glas-, Papier- und sonstige Gewerbe
     
  • Bettina Dreisvogt (Telefon: 0521 / 56 08 - 3 07)
    Metallberufe ohne Fahrzeug- und Elektroberufe
     
  • Peter Zwiener (Telefon: 0521 / 56 08 - 3 04)
    Bäcker, Konditoren und Fleischer, Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk, Friseure, Kosmetiker, Reinigungsgewerbe, Gebäudereiniger, Gesundheitshandwerke