03-03-2017

"Grüne Welle" statt Umweltzone

Die Handwerkskammer OWL kritisiert die in den letzten Tagen öffentlich diskutierte „Umweltzone“ am Bielefelder Jahnplatz.

Eine Umweltzone bedeute eine faktische Stilllegung eines großen Teils des handwerklichen Fuhrparks der Stadt Bielefeld, reduziere aber kaum die Stickstoffdioxid-Emissionen. Das gesamte Konzept der „Umweltzone“ sei vor dem Hintergrund des Diesel-Skandals sehr kritisch zu hinterfragen.

„Wir brauchen in Bielefeld keinen Aktionismus und keine Symbolpolitik, sondern wirkungsvolle Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung“, betont Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Besonders wichtig für eine bessere Luftqualität in der Innenstadt sei eine „Grüne Welle“ auf der Achse Stadthalle bis zum Adenauerplatz. Derzeit warte man fast an jeder Ampel. „Warum schafft es die Stadt Bielefeld nicht, die 15 Ampeln auf diesem Teilstück intelligent miteinander zu verknüpfen, um durch einen besseren Verkehrsfluss die Stickstoffdioxid-Emissionen signifikant zu senken?“ fragt Borgert. Man müsse nur in das benachbarte Gütersloh blicken, dort funktioniere die „Grüne Welle“ seit vielen Jahren, auch in der Innenstadt. Eine vernetzte, koordinierte Signalschaltung ermögliche auch eine schnelle Reaktion auf ungünstige Wetterlagen oder hohe Verkehrsaufkommen.

 

Gemeinsam mit der IHK Ostwestfalen und dem Handelsverband Ostwestfalen habe die Handwerkskammer OWL ein umfangreiches Positionspapier der Wirtschaft erarbeitet und der Bezirksregierung vorgelegt. Es enthalte ein umfangreiches Bündel an konstruktiven Vorschlägen zur wirkungsvollen Luftreinhaltung in Bielefeld. „Es ist irritierend, dass nun schon voreilige Schnellschüsse erfolgen, bevor die Bezirksregierung und die Stadt die Handlungsvorschläge analysiert und bewertet haben“, kritisiert Borgert.

Das Handwerk begrüßt ausdrücklich die konstruktive Position von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zu Fahrverboten. Er hatte dem Handwerk erst kürzlich eine „Lieferverkehr-Garantie“ gegeben. Es sei in der Tat kaum vorstellbar, dass Handwerker künftig aufgrund von flächendeckenden Fahrverboten ihre Baustellen, Kunden oder Betriebe nicht mehr erreichen können, erklärt Borgert, und die sehr aufwändige Beantragung von Ausnahmegenehmigungen für gewerbliche Fahrten in eine Umweltzone wäre ein weiteres überflüssiges Bürokratiemonster.