28-02-2017

Digitale Kassensysteme

Eine Informationsveranstaltung zum Thema digitale Kassensysteme fand im Campus Handwerk in Bielefeld statt.
Frank-Michael Teckentrup, Vizepräsident der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe, Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer OWL, Jörg Schwenker, Hauptgeschäftsführer der Steuerberaterkammer, Jens Fedeler, Vollversammlungsmitglied der IHK Ostwestfalen, Carsten Rothbart, Leiter der Abteilung Steuer- und Finanzpolitik des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, und Miriam Wied, Oberfinanzdirektion NRW (v.l.)
Gemeinsam haben die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe zu einer Veranstaltung zum neuen Gesetz „Zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ in den Bielefelder Campus Handwerk eingeladen. 

Das neue Gesetz soll zukünftig den Steuerbetrug durch manipulierte Kassen noch wirksamer bekämpfen. „Der Gesetzgeber hegt keinen Generalverdacht gegen Unternehmerinnen und Unternehmer“, erklärte Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer, bei der Begrüßung der Gäste, es ginge darum, gegen schwarze Schafe vorzugehen. Daher sieht das Gesetz in der vom Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Fassung weiterhin keine allgemeine Registrierkassenpflicht vor und ermöglicht Übergangsreglungen. „Durch die Übergangsreglungen bleiben die bürokratischen und finanziellen Belastungen für die große Mehrheit der steuerehrlichen Betriebe im Rahmen“, betonte Lena Strothmann.

Schon ab dem 1. Januar 2018 ist die so genannte „Kassennachschau“ seitens der Finanzverwaltung möglich, erläuterte Carsten Rothbart, Leiter der Steuerabteilung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Bei der „Kassennachschau“ wird kontrolliert, ob die tatsächlichen Verhältnisse im Betrieb im Kassensystem vollständig und richtig erfasst werden. Diese Kontrollen erfolgen grundsätzlich unangekündigt, oft auch in Zivil, und können auch ohne Zuziehung des Steuerberaters durchgeführt werden. Die neuen Anforderungen gelten ab 2020, im Fall bereits angeschaffter Kassen, die nicht nachgerüstet werden können ab 2023. Bei der Belegausgabepflicht gibt es Ausnahmen.

Für bereits bestehende Registrierkassen wird der Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung allerdings verpflichtend, damit digitale Grundaufzeichnungen nicht nachträglich manipuliert werden können. 

Die Prüfung des ordnungsgemäßen Einsatzes der manipulationssicheren Aufzeichnungssysteme ist erst ab dem 1. Januar 2020 durch die Finanzverwaltung möglich, da diese erst dann zwingend eingesetzt werden müssen.

 

Aktueller Hinweis:

Unabhängig von dem genannten Gesetz müssen elektronische Registrierkassen bereits seit dem 1. Januar 2017 über eine Einzelaufzeichnungs- und eine Speicherfunktion verfügen. Basis hierfür ist das Auslaufen einer Bestandschutzregelung des Bundesfinanzministeriums für alte Kassensysteme, die mit dem Gesetz nicht zusammen hängt und dadurch auch nicht abgeändert wurde.

 

Ansprechpartner in der Handwerkskammer ist Henning Horstbrink, Berater für Innovation und Technologie (BIT), Tel.: 0521/5608-118