31-03-2017

Flexibel bei der Berufswahl sein

Ausbildungsbotschafter werben für ihren Beruf. Rund 60 Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung informieren sich im Campus Handwerk.
v.l.: Doris Hampel, Tuba Hastaoğlu, Markus Rempe, Natalie Stebbing, Julia Schacke, Michael Heesing, Sabrina Redmann, Swen Binner, Vera Birthe Bratengeier

Gemeinsam haben die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld und die Kommunale Koordinierungsstelle Schule – Beruf des Kreises Lippe zu der Informationsveranstaltung „Ausbildungsbotschafter“ in den Campus Handwerk in Bielefeld eingeladen.
Michael Heesing, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, begrüßte die rund 60 Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung, die Ausbildungsbotschafter in ihren Schulen einsetzen möchten.

Ausbildungsbotschafter sind junge Leute, die eine duale Ausbildung absolvieren und in den achten und neunten Klassen für ihren Beruf werben. In Ostwestfalen-Lippe gibt es derzeit insgesamt 264 Botschafter, die sich auf einen Einsatz in einer Schulklasse freuen.

„Derzeit entscheiden sich viele junge Leute für ein Studium, wir möchten mit Hilfe der Ausbildungsbotschafter wieder mehr Interesse für gewerblich-technische Berufe wecken“, betonte Heesing. Swen Binner, Geschäftsführer Berufliche Bildung der Industrie- und Handelskammer, sieht die Möglichkeit, über die Ausbildungsbotschafter in den Schulen wieder ein positives Image der Berufsbildung aufzubauen. Wenn Auszubildende für ihren Beruf werben, komme die Botschaft bei den Schülerinnen und Schülern viel besser an, betonte Markus Rempe, Vorstand Lippe Bildung eG.

 

„Viele Schüler wissen gar nicht, was man mit einer Ausbildung alles erreichen kann“, erklärte Julia Schacke, Ausbildungsbotschafterin der IHK für den Beruf „Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen“ der Kühne und Nagel (AG & Co.) KG in Bielefeld. Sie berichtet vor den Schulklassen von ihrem persönlichen Werdegang. Sabrina Redmann, Altenpflegerin im Kreis Lippe, übt ihren Beruf mit großer Freude aus. Der Fachkräftemangel allerdings betrübt sie, weil auch die Qualität der Pflege darunter leide. Sie war sich bis zum Ende des Gymnasiums unsicher in ihrer Berufswahl. „Gegen all meine Erwartungen habe ich meinen Traumberuf gefunden“, betonte die junge Frau und rät dazu, flexibel bei der Berufswahl zu sein.
„Ich mache beim Projekt Ausbildungsbotschafter mit, um den Schülerinnen und Schülern deutlich zu machen, dass man nach der Schule nicht unbedingt studieren muss“, ergänzte Natalie Stebbing, die ihre Ausbildung bei der Bäckerei Simon in Löhne absolviert und zuvor ihr Grundstudium für das Lehramt beendet hat. Sie wollte einfach lieber mit den Händen arbeiten. In den Schulen kommt der Einsatz der Ausbildungsbotschafter sehr gut an.

Die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Gütersloh bucht das Projekt seit zwei Jahren. Schülerinnen der Friedenstal-Gesamtschule aus Herford fanden den Besuch der Botschafter toll, weil sie und die Schüler fast gleichaltrig sind. Den Nutzen für Arbeitgeber betonte Stefanie Groß von der August Storck KG aus Steinhagen.
 

Kontakt:
Schulen, die Ausbildungsbotschafter buchen möchten und junge Leute, die
Ausbildungsbotschafter werden möchten, können sich wenden an:
Tuba Hastaoğlu, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, Tel.:
0521/ 5608-342

 

Das Projekt läuft mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-
Westfalen und des Europäischen Sozialfonds.