06-10-2017

Beschäftigungsklima auf Allzeithoch

Das Beschäftigungsklima im Handwerk Ostwestfalen-Lippe markiert mit 114 Punkten ein neues Allzeithoch.
Foto: © Veit Mette 

„Das ist der höchste Wert seit Beginn der regelmäßigen Konjunkturberichte im Jahr 1978“, freute sich Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, bei der Präsentation der aktuellen Unternehmensbefragung. 26 Prozent der Handwerksbetriebe haben ihre Beschäftigtenzahl aufgestockt, nur neun Prozent melden einen Rückgang. Bei 65 Prozent blieb der Personalbestand unverändert. Der Jobmotor Handwerk läuft auch künftig rund. 17 Prozent der Betriebe möchten zusätzliche  Mitarbeiter einstellen. „Der Markt für Fachkräfte ist relativ leergefegt“, erklärte Strothmann. „77 Prozent der Betriebe wollen ihr Personal halten, so dass wenig Bewegung auf dem handwerklichen Arbeitsmarkt ist“, fügte Strothmann an.  

Die Fachkräftelücke habe  sich zu einer starken Wachstumsbremse für das personalintensive Handwerk entwickelt, warnte Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. „Schon heute müssen Handwerker lukrative Aufträge ausschlagen, weil ihnen Fachkräfte fehlen“, betonte der Hauptgeschäftsführer. Es sei daher erfreulich, dass sich die gute Konjunktur auch in einer Verstärkung der Ausbildungsleistungen der Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer widerspiegele.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge weise in Ostwestfalen-Lippe erstmals seit Jahren wieder nach oben: Zum neuen Ausbildungsjahr haben 3.768 (30.09.2017) junge Leute ihre Ausbildung im Handwerk begonnen, das ist ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.    

Auch die Zahl der Abiturienten, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, sei auf 16,35 Prozent geklettert. Eine handwerkliche Ausbildung sei durchaus eine Alternative zum Studium. „Langsam wandelt sich das Bewusstsein auch bei den Eltern“, erklärte Prager, sie würden erkennen, dass ihren Kindern mit einer handwerklichen Ausbildung „alle Wege offen stehen“.