10-04-2018

Digitale Geschäftsmodelle ausgezeichnet

Die Fachwerkstatt Drücker GmbH aus Rietberg wird mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet.

(v.l.) Wolfgang Borgert, Lena Strothmann, Dr. Jens Prager (alle Handwerkskammer), Geschäftsführer Erasmus Drücker, Jens-Uwe Pape (KH Gütersloh), Birgit Kostner (Fachwerkstatt Drücker), Bürgermeister Andreas Sunder und Philipp Fischer (Signal Iduna) 

Der Fachbetrieb für Baudenkmalpflege hat das digitalbasierte Geschäftsfeld 3D-Aufmaß inklusive Außenaufnahmen, die mittels eines Multikopters erfasst werden, in sein Angebotsspektrum aufgenommen. Inzwischen wird dieser Bereich als Dienstleistung für Planer und Bauherren angeboten. Gerade beim Umbau von historischen Fachwerkhäusern ermöglichen die digitalen Messverfahren eine exakte Datenerfassung, die das Bewohnbarmachen oder die Modernisierung des Innenraums erheblich vereinfacht.

Die mit Laserscanning erfassten Räume können am Computer in 3D visualisiert werden. Damit erhalten die Auftraggeber auf unkomplizierte Weise eine Entscheidungsgrundlage für die Verwirklichung ihres Wunsches nach modernem Wohnen und Arbeiten in historischen Räumen.

Wichtig für das Geschäftsfeld 3D-Aufmaß sind sowohl Kundeninformationen sowie regelmäßige Mitarbeiterschulungen, damit die innovative Technik im Unternehmen eingesetzt und am Markt platziert werden kann. Eine Mitarbeiterin hat inzwischen an der Technischen Universität in München die Ausbildung zur BIM Managerin erfolgreich bestanden, so dass auch das Fachwissen über Building Information Modeling (BIM, auf Deutsch Bauwerksdatenmodellierung)  aus dem Unternehmen mit abgedeckt wird und an die Kunden weitergegeben werden kann.                                         

„3D-Aufmaß und bewährte Bauverfahren ergänzen sich wunderbar“, erklärte Geschäftsführer Erasmus Drücker. Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer OWL, betonte beim Firmenbesuch den Innovationsgeist des Rietberger Fachbetriebes: „Tradition und Modernität passen gut zusammen.“ Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, fügte an: „Die Fachwerkstatt Drücker als gewerkeübergreifender Spezialbetrieb für Fachwerkrestaurierung zeigt, wie zukunftsweisende digitale Entwicklungen der Baudenkmalpflege zugutekommen.“ Das Unternehmen beschäftigt rund 40  Mitarbeiter und bildet zwei junge Leute als Zimmerer aus.                               

Der Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen wird jährlich vergeben. Insgesamt wurden in diesem Jahr 29 Betriebe nominiert. Den Preis für die Digitalisierung der Produktion hat das Unternehmen Schürmann + Weber in Harsewinkel-Marienfeld erhalten, die Heinz Schwarz GmbH & Co. KG aus Preußisch Oldendorf die Auszeichnung für die Digitalisierung der Produkte und die Paul Arens GmbH aus Delbrück den Preis für die Digitalisierung im Bereich Kundenkommunikation/ CRM (Customer Relationship Management).

 

Die offizielle Preisvergabe an alle vier Unternehmen erfolgt in der Skylobby des Theaters Gütersloh am 17. April. Die Preise wird NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart in einer Feierstunde überreichen.