14-07-2017

Heinrich Kleegräfe unterstützt berufliche Integration

Herrenschneidermeister Heinrich Kleegräfe verzichtet zu seinem 70. Geburtstag auf Geschenke.
(v.l.) Die Lehrerinnen Sigita Mirau und Fazile Kekik,, Schüler Medyan Al Khalaf, Kammergeschäftsführerin Dr. Maribel Illig, und die Schüler Jeeman Essa Kedi, Maya Bozo, Silven Zhivkov, Torkan Ahmed und Ramadan Ahmed, sowie Spender Herrenschneidermeister Heinrich Kleegräfe

20 Schülerinnen und Schüler aus den internationalen Klassen der Realschule Brackwede besuchten den Praxiskurs „Produktion und Fertigung – Lebensmittel“ im Campus Handwerk in Bielefeld. Ermöglicht hat den Kurs Herrenschneidermeister Heinrich Kleegräfe (Gütersloh), der zu seinem 70. Geburtstag auf Geschenke verzichtete und um Spenden für die berufliche Integration von Geflüchteten bat. „Beim Start in ein neues Leben ist es wichtig, im Berufsleben Fuß zu fassen“, begründet Kleegräfe seine Entscheidung.

Die insgesamt 3.000 Euro gingen zunächst an die Stiftung Zukunftspreis Handwerk. „Ich habe meine Spende bewusst der Stiftung Handwerk zur Verfügung gestellt“, erklärte Heinrich Kleegräfe. Das Geld sei eins zu eins ins Projekt geflossen. Die Stiftung setze alle Fördermaßnahmen stets bedarfsgerecht um, fügte der Herrenschneidermeister an.

Der langjährige Geschäftsführer des Unternehmens „Die Maßschneider“ in Gütersloh-Isselhorst besuchte den dreitägigen Kurs im Campus Handwerk, der vom Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer organisiert wurde, um sich selbst von den Fortschritten der Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu überzeugen. Interessiert sprach Kleegräfe mit den Jugendlichen, die ursprünglich aus den Ländern Bulgarien, Irak, Polen, Syrien und Rumänien stammen, über die Chancen, die eine Ausbildung im Handwerk bietet.   

Kreativität und motorisches Geschick sind Grundvoraussetzungen beim handwerklichen Arbeiten. Die jungen Leute konnten in dem zertifizierten Praxiskurs unter fachlicher Anleitung ihre praktischen Begabungen testen: Sie stellten Modelierschokolade, Popcakes (Lollis am Stiel), Cookies und Marzipanfiguren her, backten Hefe- und Rührteige, schließlich verzierten, dekorierten und verpackten sie die gefertigten Konditoreierzeugnisse. Dass auch Teamgeist und Zuverlässigkeit beim gemeinschaftlichen Arbeiten eine Rolle spielen, lernten sie ebenfalls im Einführungskurs.  

Heinrich Kleegräfe und seine Ehefrau, Kammerpräsidentin Lena Strothmann, haben in ihrem Unternehmen Geflüchteten Praktika angeboten. „Das Handwerk kennt sich mit Integration aus, wie kein anderer Wirtschaftszweig“, berichtete Lena Strothmann.