08-09-2017

Japaner interessieren sich für deutsches Ausbildungssystem

Acht japanische Studenten der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Meiji Gakuin Universität Tokio besuchten mit ihrem Professor Keiro Hattori den Campus Handwerk in Bielefeld.
Geschäftsführerin Dr. Maribel illig (l.) und Roland Willrich (7.l.), stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums, empfingen Professor Keiro Hattori aus Japan und seine Studenten 

Die jungen Leute beschäftigen sich derzeit in ihrem Studium mit der Fragestellung „Was ist die neue Wirtschaft“. Japan steht momentan vor enormen Herausforderungen - sowohl beim demografischen Strukturwandel als auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Begleitet wurden sie auf ihrer Studienreise von Koji Nagai, einem japanischen Experten für Gebäudeenergieeffizienz und erneuerbare Energien.

Unter Leitung von Geschäftsführerin Dr. Maribel Illig, Leiterin des Berufsbildungszentrums, und ihrem Stellvertreter Roland Willrich besichtigte die Gruppe die Fachräume der Bereiche Heizung-Sanitär, Elektro und Metall sowie das Kompetenzzentrum Technisches Facility Management – Energie- und Gebäudetechnik. Auf großes Interesse in den Fachräumen stießen die Kombination von theoretischem und praktischem Unterricht und der Einsatz digitaler Medien. „Wir lehren so, wie später gearbeitet wird“, erklärte Roland Willrich, der selbst Elektrotechniker-Meister ist. „Das Problem begutachten, im Internet recherchieren oder per App diagnostizieren, handwerklich eine Lösung herbeiführen“, so Willrich.

Ob die jungen Leute nach der Ausbildung, für die der Betrieb viel Geld bezahlt hat, im Unternehmen bleiben, wollten die japanischen Studenten wissen.

„Früher war das so“, erläuterte Dr. Maribel Illig. Heute entschieden die Jugendlichen nach der Ausbildung ganz individuell, wie sie ihre berufliche Laufbahn gestalten möchten.     

Sie können beispielsweise die Meisterschule anschließen. „On top ist noch die Fortbildung zur Fachkraft für Intelligente Gebäudetechnologien möglich“, fügte Illig an. Dort werde gewerkeübergreifendes Schnittstellenwissen vermittelt. „Unerlässlich für moderne Gebäudetechnik“, so Illig. Dass es in Japan kein ähnliches Ausbildungssystem gibt, bedauerte Professor Hattori sehr.