Berichtsheftsführung


Fast alle Ausbildungsordnungen schreiben vor, dass Auszubildende während der Ausbildung einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis
(Berichtsheft) führen müssen.

Die Möglichkeit, Ausbildungsnachweise elektronisch zu führen, ist erst für Ausbildungsverträge, die ab 01. Oktober 2017 geschlossen werden, ins Gesetz eingefügt worden. Es ist daher seit 01. Oktober 2017 notwendig, dass die Form des Ausbildungsnachweises (schriftlich oder elektronisch) in der Niederschrift des Ausbildungsvertrages vereinbart und aufgenommen wird.

Die Angebote der elektronischen Berichtsheftführung sind vielfältig. Fachverbände und Fachverlage bieten oftmals sehr gute elektronische Versionen der Berichtsheftführung an. Eine berufsunabhängige elektronische Berichtsheftführung ist z. B. über das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „BLok-Das Online-Berichtsheft“.
 
Hier erfahren Sie das Wichtigste in Kürze:
 
Für die Auszubildenden:
Wöchentlich, besser jedoch täglich sollte zumindest stichwortartig in das Berichtsheft eingetragen werden, was im Betrieb, bei der überbetrieblichen Ausbildung im Bildungszentrum und während des Unterrichts in der Berufsschule gemacht bzw. gelernt wurde. Es sollte außerdem beschrieben werden, welche Werkstoffe, Maschinen und Hilfsmittel eingesetzt wurden und ob selbständig oder mit Unterstützung gearbeitet wurde. Das Berichtsheft kann handschriftlich oder in elektronischer Form geführt werden. Dabei ist es für die Ablegung der Gesellen- bzw. Abschlussprüfung immens wichtig, dass die vorgeschriebenen Berichtshefte ordnungsgemäß geführt werden.
In die Prüfungsbewertung fließen sie allerdings nicht ein. Außerdem kann anhand der Berichtshefte nachvollzogen werden, ob der Ausbildungsplan eingehalten wurde. Und spätestens bei der Prüfungsvorbereitung können sie als nützliche Gedankenstütze dienen.
 
Für den ausbildenden Betrieb:
Nach § 14 Abs. 1 Nr. 4 BBiG müssen Betriebe ihre Lehrlinge zum Führen von Berichtsheften anhalten, sofern dies in den Ausbildungsordnungen oder in anderen Vorschriften (z. B. Berufsausbildungsvertrag, Tarifvertrag) vorgesehen ist. Sie müssen die Berichtshefte kostenfrei zur Verfügung stellen. Muster sind beim Berufsverband, der Innung oder im Schreibwarenhandel erhältlich. Außerdem ist für Ausbildungsverträge, die ab dem 01.10.2017 beginnen, auch die Führung des Berichtsheftes in elektronischer Form möglich, siehe oben. Dem Auszubildenden muss Gelegenheit gegeben werden, das Berichtsheft während der Arbeitszeit zu führen. Ausbilder sollten die Berichte regelmäßig, möglichst monatlich, durchsehen und gegenzeichnen, damit sie kontrollieren können, ob der/die Auszubildende die vermittelten Inhalte verstanden hat bzw. an welchen Stellen Lücken bestehen.
 
Die aktuelle Richtlinie zur Berichtsheftführung kann unter folgendem Link aufgerufen werden.
 
Sollten Sie weitere Fragen zum Bereich Ausbildung und Ausbildungsberatung haben, senden Sie diese bitte an die folgende Adresse:
 
Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
- Abt. Berufsbildung -
Campus Handwerk 1
33613 Bielefeld
 
Tel.: 0521 / 56 08 - 3 33
Fax: 0521 / 56 08 - 1 99
E-Mail: ausbildungsberatung@hwk-owl.de