Finanzielle Unterstützungsangebote für Ausbildungsbetriebe

(Stand: 03.08.2020)

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Das Förderprogramm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die von der CORONA-Krise betroffen sind, mit dem Ziel:

  • Ausbildungsplätze zu erhalten (Ausbildungsprämie)
  • zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen (Ausbildungsprämie plus)
  • Kurzarbeit für Auszubildende vermeiden (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)
  • Übernahme bei Insolvenzen fördern (Übernahmeprämie)

 

Bedingungen und Beschränkungen für alle Förderprogramme:

  • Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf
  • als KMU gelten Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten. Hierbei wird die Zahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt
  • Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten
  • die Förderungen aus diesem Bundesprogramm können nicht mit Förderungen auf anderen rechtlichen Grundlagen oder mit anderen Programmen des Bundes oder der Länder kombiniert werden, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben

 

Antrag auf Förderung:

  • der entsprechende Antrag wird bei der, für den Betriebsstandort zuständigen Agentur für Arbeit gestellt
  • zusätzlich zum Antrag wird eine Bescheinigung der zuständigen Stelle (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) für den jeweiligen Ausbildungsberuf benötigt
  • Abgabe einer De-minimis-Erklärung

 

Ausbildungsprämien:

Voraussetzungen und Antrag:

  • KMU, die im erheblichen Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und dennoch im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 gleich viele Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2020 abschließen, erhalten einen einmaligen Zuschuss von 2.000 € je Ausbildungsvertrag
  • KMU, die im erheblichen Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und dennoch im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 zusätzliche Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2020 abschließen, erhalten 3.000 € für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag
  • die Beschäftigten haben in der ersten Jahreshälfte 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit gearbeitet oder der Umsatz ist im April und Mai 2020 im Vergleich zum April und Mai 2019 durchschnittlich um mindestens 60 Prozent eingebrochen. Wurde das Unternehmen nach April 2019 gegründet, gelten November und Dezember 2019 als Vergleichszeitraum
  • einmaliger Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro oder 3.000 Euro je Ausbildungsvertrag
  • Auszahlung nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit
  • es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum vom 01.08.2020 – 25.02.2021 beginnen

 

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit im Rahmen der Berufsausbildung:

Voraussetzungen und Antrag:

  • gefördert werden KMU, die ihre Auszubildenden nicht in Kurzarbeit schicken und auch bei den Ausbilder*innen außerhalb der Zeiten des Berufsschulunterrichts davon absehen
  • der Arbeitsausfall muss im Betrieb oder in einer Betriebsabteilung bei mindestens 50 Prozent liegen
  • sofern das Unternehmen Kurzarbeit anzeigt, muss der vor Ort zuständigen Agentur für Arbeit angezeigt werden, dass die Ausbildung fortgesetzt wird. Hat das Unternehmen bereits Kurzarbeit angezeigt, muss dies unverzüglich nachgeholt werden
  • die Anzeige, dass die Ausbildung im Betrieb fortgesetzt wird muss gestellt werden, bevor der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung beantragt wird
  • die Förderung kann erstmals in dem Monat beantragt werden, in dem diese Förderrichtlinie in Kraft tritt
  • der Antrag muss rückwirkend für jeden Monat gestellt werden
  • der Dezember 2020 ist der letzte Monat, in dem der Zuschuss beantragt werden kann


Übernahmeprämie für Auszubildende aus Ausbildungsbetrieben, die infolge der Corona-Krise insolvent gegangen sind

Voraussetzungen und Antrag:

  • der aufnehmende Betrieb erhält eine Übernahmeprämie als einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro
  • die Prämie wird nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt
  • sowohl der insolvente als auch der Übernahme-Betrieb müssen zu den KMU gehören
  • beim insolventen KMU muss es sich um eine pandemiebedingte Insolvenz handeln. Das Insolvenzverfahren muss bis zum 31.Dezember 2020 eröffnet werden und das KMU darf sich bis zum 31. Dezember 2019 gemäß EU-definition, nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben
  • Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus einem pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.Dezember 2020 übernehmen
  • Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Die Förderung ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet

 

 Anträge und Formulare für alle Programme finden Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur


Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit: 0800 4 555520