Wie können Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden?

(Stand: 25.03.2020)

Unternehmen, die sich wegen der Corona-Krise in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befinden, sollen durch erleichterte Stundungsmöglichkeiten der Sozialversicherungsbeiträge entlastet werden. Der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) hat in diesem Zusammenhang angekündigt, dass eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers ausreichen soll, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Corona-Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat, um eine Stundung zu erwirken.

Auf Antrag des Arbeitgebers können Beiträge zunächst für die Monate März bis Mai 2020 gestundet werden. Vorrangig sollten Unternehmen jedoch Entlastungsmöglichkeiten durch die neuen Regelungen des Kurzarbeitergeldes sowie die aktuellen von Bund und Land zur Verfügung gestellten Fördermittel und Kredite in Anspruch nehmen.

Wenn eine Stundung bewilligt wird, werden keine Stundungszinsen berechnet, Säumniszuschläge oder Mahngebühren sind ebenfalls nicht vorgesehen. Es bedarf auch keiner Sicherheitsleistung.

Für den Antrag auf Stundung soll eine Erklärung des Arbeitgebers ausreichen, wonach er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen erlitten hat.

Diese Hilfestellungen sollen auch für freiwillig in der GKV versicherte Selbstständige gelten. Bei diesen Selbstständigen soll jedoch zunächst geprüft werden, ob vor einer Stundung auch die Möglichkeit einer Beitragsermäßigung wegen eines krisenhaften Gewinneinbruchs in Betracht kommt.

Wir weisen darauf hin, dass Anträge auf eine Stundung von Beiträgen zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft zu stellen sind, sehen Sie hierzu auch unsere Hinweise in den FAQ.