20-03-2018

Aktuelle Auslastung und Auftragslage im OWL-Handwerk

Viele Handwerksbetriebe in OWL suchen händeringend Personal, volle Auftragsbücher verlängern Wartezeiten.
Volle Auftragsbücher im Handwerk erfordern zur Zeit viel Geduld bei den Verbrauchern, Foto: © Heiko Kubenka
Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wolfgang Borgert zur aktuellen Auslastung und Auftragslage im ostwestfälisch-lippischen Handwerk:

„Bereits nach unserer letzten Konjunkturumfrage im Herbst 2017 lag die durchschnittliche Auftragsreichweite im OWL-Handwerk bei 6,9 Wochen. Die längsten Reichweiten meldeten das Bauhauptgewerbe mit 9,6 Wochen, das Ausbaugewerbe mit 7,9 Wochen sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf 8,4 Wochen. Seitdem hat sich die Situation noch weiter verschärft. Gerade bei Fragen des Neubaus und der Sanierung im Bestand brauchen die Auftraggeber also derzeit viel Geduld. Gleichzeitig müssen manche Handwerker sogar lukrative Aufträge ausschlagen, weil ihnen einfach die Fachkräfte dafür fehlen. So möchten 17 Prozent der Betriebe händeringend zusätzliche Mitarbeiter einstellen, aber der Arbeitsmarkt für Fachkräfte ist wie leergefegt. So wirkt die Fachkräftelücke als starke Wachstumsbremse für das personalintensive Handwerk.

Deshalb ist es erfreulich, dass Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im OWL-Handwerk erstmals seit Jahren wieder steigt: Zum Beginn des Ausbildungsjahrs 2017/18 (30.09.2017) haben 3.768 junge Leute ihre Ausbildung im Handwerk begonnen, das ist ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Abiturienten, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, ist auf 16,35 Prozent geklettert. Auch wenn dieses nur ein Anfang sein kann, den die Handwerkskammer nachhaltig unterstützen will, so ist doch klar: Eine handwerkliche Ausbildung ist eine interessante Alternative zum Studium und steigt in der Wahrnehmung von Schülern und Eltern bei der Berufswahl. Denn in unseren Betrieben lässt sich in Zeiten von guter Baukonjunktur und Investitionen in die Energiewende gutes Geld verdienen, weil die Betriebe weiterhin volle Auftragsbücher haben. Außerdem stehen Jugendlichen mit einer handwerklichen Ausbildung alle Wege offen.“

Die aktuelle Konjunkturumfrage für 2018 läuft zurzeit an. Die Ergebnisse mit konkreten Zahlen zur Auftragsreichweite werden am 23.04.2018 in Rahmen einer Pressekonferenz mitgeteilt.