16-04-2019

Arbeitsmarkt leergefegt

Dem OWL-Handwerk fehlen 14.000 Mitarbeiter.

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Das ostwestfälische Handwerk bleibt auf Erfolgskurs. Der Konjunkturzyklus schwächt sich nur leicht ab, das Investitionsklima bleibt hoch. Neben Herausforderungen auf dem Weltmarkt und innerhalb von Europa dämpft vor allem der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern das weitere Wachstum. Das Beschäftigungsklima bleibt mit 111 Punkten nahe am Rekordwert von 113 im Frühjahr 2018. 19 Prozent der befragten Betriebe haben ihre Beschäftigtenzahl aufgestockt, bei 69 Prozent blieb sie stabil. „Die Betriebe hätten entschieden mehr Mitarbeiter eingestellt, wenn der Arbeitsmarkt das hergäbe“, erläuterte Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer. Erstmals hat die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld in ihrer Konjunkturumfrage den Bedarf an Arbeitskräften konkret abgefragt.


„Insgesamt fehlen im ostwestfälisch-lippischen Handwerk 14.000 Mitarbeiter“, betonte Strothmann. 9.200 Fachkräfte, 4.000 Hilfskräfte und 800 Auszubildende werden derzeit von den OWL-Handwerksbetrieben gesucht. „Der leergefegte Arbeitsmarkt ist auch ein Grund für die hohe Kapazitätsauslastung und die Rekordauftragsweiten“, erklärte Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL. Auch die überbordende Bürokratie sei eine Wachstumsbremse, fügte Borgert an, sie verlängere die „Wartezeit“ der Verbraucher auf die Handwerkerin oder den Handwerker und verteuere handwerkliche Produkte und Dienstleistungen.