04-04-2019

BIM-fähig und digital

Büngeler GmbH setzt auf vorgefertigte, modulare Bauweise.
(v.l.) Die Geschäftsführer Dirk Maschiko und Bernhard Büngeler mit Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

„Wir sind zu 100 Prozent Handwerk“, erklärt Fliesen,- Platten- und Mosaiklegermeister Bernhard Büngeler.  Zusammen mit Betriebswirt Dirk Maschkio führt er die Bernhard Büngeler GmbH, ein mittelständisches Unternehmen in Büren, das sich auf die Herstellung von kompakten Fertigbädern spezialisiert hat. Die Fertigbäder werden derzeit für Hotels, Wohngebäude, Pflegeheime, Mikro- Appartements und Studentenwohnresorts gefertigt.  Unter dem Namen „Deutsche Fertigbäder“ haben die Unternehmer aus dem Kreis Paderborn den Markt für sich erobert. „Die vorgefertigte modulare Bauweise gewinnt immer mehr an Bedeutung“, betont Maschkio und zeigt Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL, ein Bad, welches 90 Mal in gleicher Ausführung und Qualität  in ein Studentenwohnheim in Paderborn eingebaut wurde.

 

Bei der Gestaltung der Bäder entscheidet der Kundenwunsch. „Fast alles ist möglich“, so Bernhard Büngeler. Für Hotels mit gehobenem Standard erfüllt das Bürener Unternehmen gerne Sonderwünsche: hochwertige Bluetooth gesteuerte Spiegel mit Ambientebeleuchtung, kleine Musikanlagen, Sonderanfertigungen bei den Waschtischen und vieles mehr. Die Bernhard Büngeler GmbH vergibt überwiegend Aufträge an regionalen Handwerksunternehmen,  Lieferanten und Spediteure im Umkreis von 30 Kilometern.  Dies führt nicht allein zur Stärkung der heimischen Wirtschaft sondern zu kurzen effektiven Wegen, die dem Unternehmen langfristig zu Gute kommen.

 

Bis zu 1.000 Fertigbäder stellt der Bürener Fachbetrieb mit seinen 40 Mitarbeitern jedes Jahr her. Mindestens 30, besser 40 Bäder pro Baueinheit müssen es sein, damit sich die Herstellung rechnet.

 

Momentan investiert das Unternehmen in die Digitalisierung: Eine automatisierte Produktionslinie soll in Kürze die Herstellung der Fertigwände übernehmen und später kommt ein Roboter, der die  staubintensiven Fräsungen für Leitungen und Fliesen übernimmt, hinzu.  Zudem wird die Unternehmenssoftware an die neuen Standards angepasst. „Die Informationsflut lässt sich  nur digital bewältigen, die Vertriebs- und Verwaltungssoftware soll mit der Produktionssoftware weiter verknüpft werden“, erklärt Dirk Maschkio. Die Außendienstmitarbeiter sind schon mit Tablets ausgestattet, damit Bauabnahmen und notwendige Dokumentationen bis zur Gefährdungsanalyse vor Ort abgewickelt werden können. „Wir sind BIM-fähig“, fügt Bernhard Büngeler an, die Anwendung des Building Information Modeling (BIM), also zunächst digital und dann real bauen, wäre im Unternehmen möglich. Leider reicht die Kapazität des Datennetzes am Firmenstandort im Industriegebiet „Oberer Westring“ nicht aus. „Ein Unding – das Glasfaserkabel, das 2018 verlegt wurde, endet 30 Meter vor unserem Firmengelände“, ärgert sich der Unternehmer. Dieser Einschätzung schließt sich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer an: „Es kann nicht sein, dass die Umsetzung der Digitalisierung im Handwerk an einer fehlenden Infrastruktur im öffentlichen Raum scheitert“, so Dr. Jens Prager.