28-06-2018

Bürokratie gefährdet Generationswechsel

Auf der Vollversammlung der Handwerkskammer OWL stellte Präsidentin Lena Strothmann die herausragende, sehr stabile Handwerkskonjunktur heraus.
Präsidentin der Handwerkskammer: Lena Strothmann.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks prognostiziere für das Jahr 2018 ein Umsatzwachstum von drei Prozent bundesweit.

 

Lena Strothmann begrüßte, dass die Große Koalition dem Zukunftsthema Bildung eine große Bedeutung zuschreibe und einen Berufsbildungspakt in die Wege geleitet habe. Auch die begriffliche Verankerung der Höheren Berufsbildung auf bundespolitischer Ebene sei ein Erfolg. „Logische Konsequenz müsste es sein, dass die Meisterausbildung bei Bestehen der Prüfung komplett kostenfrei wird, wie es das Studium längst ist“, betonte Strothmann. Der Koalitionsvertrag habe auch dies in Aussicht gestellt. 

 

Massive Kritik übte Strothmann an der überbordenden Bürokratie. Unternehmensbefragungen der Handwerkskammer zeigten, dass sich die Bürokratiebelastung neben dem Mangel an qualifizierten Fachkräften zur Wachstumsbremse Nummer eins entwickle. Die Gewerbeabfallverordnung, die „Hygieneampel“, neue steuerliche Pflichten und Gesetze und vor allem die neue Datenschutzgrundverordnung bewirken, dass sich viele Handwerker derzeit mehr um Papierberge kümmern müssen als um ihre Kunden. „Für die Klein- und Mittelbetriebe des Handwerks wird aktuell jedes zumutbare Maß überschritten“, betonte die Handwerkspräsidentin.

 

Auch der Generationswechsel im Handwerk werde durch die Bürokratiebelastung massiv gefährdet. „Junge Menschen werden durch die Bürokratie abgeschreckt“, erklärte Strothmann. Es sei das „Gebot der Stunde“, konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Belastungen, Vorschriften und Kontrollen zu erarbeiten.