27-05-2019

Fleischkauf als Erlebnis

Hausschlachterei Wecker überzeugt auch jüngere Kundschaft.

Die Fleischerei Wecker wird auch von jüngeren Kunden sehr geschätzt. Die Qualität des Fleisches überzeugt vor allem Familien und Grillbegeisterte.

Grillen liegt im Trend. Gute Qualität bringen High-Tech-Grills nur, wenn auch hochwertiges Fleisch aufgelegt wird. „Unsere Würstchen schmecken auch ohne Senf und Ketchup“, erklärt Fleischermeister Manuel Wecker (26), der einen Fachbetrieb in Hövelhof führt.

 

Das Hauptgeschäft hat sich vom Winter in den Sommer verlagert. „Früher war der Dezember der Umsatzbringer“, so Wecker, inzwischen sei es die Grillsaison, die schon im März beginne. „Unser Kundschaft wird jünger“, freut sich der Fleischermeister, schon 18-Jährige kommen ins Geschäft, um sich für das nächste Barbecue einzudecken. Gefragt sind Steaks vom Schwein oder Rind, Filets oder auf Wunsch zugeschnittenes Fleisch. Die Kunden der Fleischerei nehmen große Entfernungen in Kauf, um das qualitativ hochwertige Fleisch zu erwerben. Der Slogan „Fleisch und Wurst von Wecker – einfach lecker“ ist überregional bekannt.

 

Aufzucht, Schlachten, Zerlegen und Herstellen von Würsten: die Fleischerei Wecker deckt die gesamte Palette ab. Ferkel und Rinder bezieht Manuel Wecker von regionalen Züchtern und zieht sie groß. Die Tiere dürfen bei ihm langsam wachsen, Schweine werden im Alter von neun Monaten geschlachtet, in anderen Aufzuchten beträgt die Lebensdauer fünf Monate. Das Futter für Schweine und Rinder stammt zu 80 Prozent von eigenen Feldern. Die Schweine haben ausreichend Platz und können sich sowohl auf dem Spaltenboden als auch auf Stroh bewegen und spielen. Zum Sommer hin ist ein Aktivstall geplant. Das Platzangebot für das Borstenvieh wird erweitert. Zur Abkühlung steht dann ein zusätzlicher Duschbereich für die Tiere zur Verfügung. Die Kunden der Fleischerei Wecker werden die Tiere durch ein Glasfenster beobachten können. Der Fleischkauf wird zum Erlebnis, auch für Kinder. „Aus hygienischen Gründen darf kein direkter Kontakt hergestellt werden“, erklärt Manuel Wecker.

 

Durch die Bewegungsmöglichkeiten und die längere Aufzuchtzeit ist das Fleisch fester und verliert beim Garvorgang kaum Substanz. Auch aus gesundheitlichen Gründen greifen die Kunden auf hochwertige Produkte zurück. Die Wurstprodukte sind nach überlieferten Rezepten des Vaters hergestellt und erhalten keine Zusatzstoffe und Würze nur wenn notwendig. „Unser Fleisch braucht das nicht“, betont Wecker. Braten, Gulasch oder Suppenfleisch werden weiterhin gut nachgefragt. Die Hausschlachterei bietet nur selbst produzierte Ware im modern eingerichteten Verkaufsraum an. 

 

 „Wir arbeiten nachhaltig und verwerten alles vom Tier“, so Wecker, auch das komme bei den Kunden gut an. Die Fleischerei Wecker wurde vor 30 Jahren von seinem Vater gegründet. Das wichtigste Standbein war zunächst die Hausschlachterei. Manuel Wecker hat sich schon im Alter von 15 Jahren für das Fleischerhandwerk interessiert und schließlich eine Ausbildung im Nachbarort absolviert. In Münster schloss er die Meisterprüfung an. Als sein Vater plötzlich verstarb, übernahm Manuel Wecker im Alter von 19 Jahren 2013 den Betrieb und baute die Schlachterei und den Ladenverkauf aus. Bei der Übernahme des Unternehmens war ihm Ana-Cristina Lavrador, Betriebsberaterin der Handwerkskammer, behilflich. Inzwischen beschäftigt Manuel Wecker zwei Gesellen, eine Aushilfskraft, vier Fachverkäuferinnen auf Teilzeit und einen Auszubildenden, der extra aus dem fernen Detmold kommt, um bei ihm zu lernen.