03-09-2018

Kimberley Sander in den bundesweiten Jugendbeirat berufen

Die angehende Beton- und Stahlbetonbauerin Kimberley Sander wirbt für die duale Ausbildung im Handwerk – aus Überzeugung. Derzeit absolviert sie ihre Ausbildung im Gütersloher Unternehmen MBS Massivbau Schröder.
Bauunternehmer Oliver Schröder, Tuba Hastaoglu von der Handwerkskammer und Ausbildungsbotschafterin Kimberley Sander

Für die Handwerkskammer engagiert sich die 22-Jährige als Ausbildungsbotschafterin. Sie geht in Schulklassen, um ihren Beruf vorzustellen, für den sie sich nach dem Abitur entschieden hat. Jetzt wurde sie in den „Jugendbeirat der Imagekampagne“ in Berlin berufen. „Eine ganz besondere Ehre“, lobt Tuba Hastaoğlu, Projektkoordinatorin Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer OWL. Im Herbst tauschen sich rund 40 Junghandwerker aus ganz Deutschland beim Zentralverband des Deutschen Handwerks mit den Machern der Imagekampagne aus.

 

Kimberley ist es vor allem wichtig, dass eine handwerkliche Ausbildung als Weg ins Berufsleben wieder den Platz bekommt, den sie verdient. Überzeugend erklärt sie bei ihren Besuchen in den Schulklassen, worum es in ihrem Beruf geht. Dafür nimmt sie ihre Werkzeugtasche mit und trägt selbst Arbeitskleidung inklusive Sicherheitsausrüstung. Latthammer, Flechtzange, Mauerputzzeug, Kellen, Gliedermaßstab, Nägel und Bleistifte, befinden sich unter anderem im Koffer. Helm, Handschuhe und Sicherheitsschuhe sind selbstverständlich.

 

Wer kennt welches Werkzeug, wofür wird es eingesetzt, so führt sie die jungen Menschen an den anspruchsvollen Handwerksberuf heran. Mit einer Zeichnung an der Tafel veranschaulicht sie die Arbeitsweise in ihrem Gewerk: Herstellen der Verschalung, Einbau der Stahlteile, Wahl der richtigen Betonmischung. Den Beton- und Stahlbetonkonstruktionen für Häuser, Hallen oder Brücken gehen ganz exakte Messungen voraus.

 

„Viele jungen Leute kennen das Handwerk kaum“, bedauern Geschäftsführer Oliver Schröder und seine Ehefrau Constanze. In Realschulen, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen komme der Berufszweig kaum vor. Lehrer bereiten die Schülerinnen und Schüler eher auf weiterführende Schulen und das Abitur vor. „In der Berufsorientierung arbeiten die Schulen lieber mit großen Firmen zusammen, wir Mittelständler werden wenig berücksichtigt“, bemängelt das Unternehmerehepaar, daher begrüßen sie Kimberleys Einsätze als Botschafterin.


Kimberley selbst hat über das Handwerksbildungszentrum (HBZ) Brackwede zu ihrem Beruf gefunden. Sie hat in der siebten und neunten Klasse an Praktika im Bauhandwerk und schließlich an den Zukunftstagen teilgenommen. Darüber hinaus hat die talentierte junge Frau während einer Kirchenfreizeit bei der Renovierung eines Schlosses in Rumänien geholfen und praktische Erfahrungen gesammelt. Als ihre Entscheidung für eine Ausbildung zur Beton- und Stahlbetonbauerin gefallen war, griff HBZ-Ausbildungsmeister Markus Ortmann auf kurzem Dienstweg zum Telefonhörer und stellte den Kontakt zu MBS Massivbau Schröder her. Nach ihrem Firmen-Praktikum fielen bei den Schröders die Bedenken, die Arbeit könnte für eine junge Frau körperlich zu hart sein. „Im Team ist alles möglich“, so Oliver Schröder. Außerdem würden heutzutage viele technische Hilfsmittel eingesetzt.


Das Projekt Ausbildungsbotschafter läuft mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds. Die Projektkoordinatorin „Ausbildungsbotschafter“ Tuba Hastaoğlu ist in der Handwerkskammer zu erreichen unter, Tel.: 0521 /56 08 - 342, E-Mail: tuba.hastaoglu@hwk-owl.de