11-01-2019

Ausbildung weiterhin attraktiv

Ausbildungsvergütungen sind gestiegen, Zusammenspiel von Sozial- und Tarifpartnern funktioniert.
Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld.

Das ostwestfälisch-lippische Handwerk spricht sich für eine faire Vergütung der Auszubildenden aus. Im bundesweiten Durchschnitt seien die tariflichen Ausbildungsvergütungen im letzten Jahr um 3,7 Prozent gestiegen, erklärt Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld.

 

Besonders hoch lagen nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/-in mit monatlich 1.159 Euro im gesamtdeutschen Durchschnitt. Gerade bei solchen Ausbildungsberufen, in denen in den letzten Jahren besonders viele Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, war im Jahr 2018 ein relativ starker Anstieg der Ausbildungsvergütung zu verzeichnen. Beispielsweise lag der Anstieg in den Handwerksberufen „Bäcker/-in“ (bundesweit 6,4%) und „Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk“ (bundesweit rund 6 %) deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.

 

Das sind aus Sicht von Dr. Prager erfreuliche Signale. Diese zeigten, dass das Zusammenspiel der Sozial- und Tarifpartner funktioniere. Die Verhandlungsergebnisse spiegelten auch die unterschiedlichen Situationen in den jeweiligen Branchen und Regionen wider. Das Vorhaben der Großen Koalition, eine Mindestausbildungsvergütung in Anlehnung an das Schüler-BAföG in Höhe von 504 Euro gesetzlich festzuschreiben, lehnt die Kammer ab. „Die  Ausbildungsvergütungen sind gestiegen und die Zahl der neu abgeschlossenen handwerklichen Ausbildungsverträge verzeichnet im vierten Jahr in Folge ein Plus, vor diesem Hintergrund kann niemand eine undifferenzierte Mindestausbildungsvergütung ernsthaft wollen“, betont Prager.

 

Seiner Einschätzung nach wäre es sinnvoller, die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung für alle sichtbar zu machen, zum Beispiel durch die Einführung eines Azubi-Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr. Das werde der Bedeutung des Ausbildungssystems für Wachstum und Wohlstand gerechter.