11-10-2018

Bauhandwerk trägt Herbstkonjunktur

Investitionsstau im öffentlichen Raum.

Die herausragende Konjunktur im ostwestfälisch-lippischen Handwerk wird auch im Herbst 2018 vom Bauhandwerk getragen. 74 aller befragten Betriebe des Bauhauptgewerbes bezeichnen ihre aktuelle Situation als gut, im Ausbaugewerbe sind es 69 Prozent. „Die Unternehmen blicken zudem optimistisch in die Zukunft“, betonte Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer OWL, am Donnerstag bei der Vorstellung des Herbstkonjunkturberichts. 69 Prozent der Betriebe des Bauhandwerks erwarten, dass die Geschäftslage so gut bleibt, wie sie derzeit ist, und 27 Prozent erwarten sogar eine Verbesserung. Bei den Ausbauhandwerken gehen 61 Prozent künftig von einer gleichbleibend guten geschäftlichen Situation aus, 32 Prozent rechnen mit einer noch besseren Lage. Zu den Ausbauhandwerken gehören unter anderen die Elektrotechniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Energiemanagement und Gebäudeautomation sind Zukunftsthemen, deren Umsetzung ohne das Handwerk nicht möglich ist“, erklärte Strothmann.    

 

Ein weiterer Grund für die positiven Zukunftserwartungen im ostwestfälisch-lippischen Handwerk sind nach Einschätzung der Präsidentin die vielen anstehenden Investitionen im öffentlichen Bereich. „Ein Blick in unsere Schulen und auf unsere Straßen genügt, um den Sanierungsbedarf in Deutschland zu erkennen“, erklärte die Präsidentin. Es gebe einen regelrechten „Investitionsstau“. Viele Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer bevorzugten derzeit allerdings private Auftraggeber. Öffentliche Aufträge raubten viel Zeit und Kapazität. Neben dem aufwändigen Ausschreibungsverfahren behinderten viele bürokratische Auflagen ein zügiges Abarbeiten der öffentlichen Aufträge. 

 

Um den Breitbandausbau zu forcieren, würden ebenfalls Handwerker gebraucht. „Ohne schnelles Netz können nicht genügend Arbeitsvorgänge digitalisiert werden“, so Strothmann. Wenn Deutschland zukunftsfähig bleiben wolle, müsse Digitalisierung, die in anderen Ländern schon viel weiter vorangeschritten sei, zügig nach vorne gebracht werden. 


PDFKonjunkturbericht Herbst 2018