22-05-2020

Datensicherheit gewährleisten

BBZ Bielefeld bereitet Lehrgangsteilnehmende auf die intelligente Vernetzung von Gebäuden vor.
Ausbildungsmeister Maik Neuhaus (l.) und Roland Willrich, stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums, setzen auf Datensicherheit 

Intelligente Gebäudetechnik macht das Leben der Nutzer bequem und sicher. Eine Kamera zeigt an, wer das Grundstück betritt. Die Raumtemperatur passt sich automatisch dem Nutzerverhalten an. Gebäudefunktionen und Elektrogeräte lassen sich durch Spracherkennung bedienen. Vernetzte Rauchwarnmelder alarmieren bei Gefahr, schalten zusätzlich das Licht im ganzen Haus an und lassen die Jalousien hochfahren.


Ohne sachgemäße Installationen allerdings werden die Bewohner und ihr Nutzerverhalten "durchsichtig", denn alle Daten werden aufgezeichnet und gespeichert. Zu den digital erfassten Daten gehören die Anzahl der Bewohner, ihre Gewohnheiten, ihre An- und Abwesenheiten und ihre Besucher. Aber auch Urlaubsfotos, Dokumente wie Lebensläufe, Steuererklärungen und das persönliche Haushaltsbuch werden heute zentral auf dem eigenen Homeserver gespeichert. "Das Kompetenzzentrum Intelligente Gebäudetechnologien der Handwerkskammer OWL hat sich intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch des bequemen und modernen Wohnens und der Befürchtung, überwacht zu werden, beschäftigt", erklärt Roland Willrich, stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums und Leiter des Fachbereichs Intelligente Gebäudetechnologie. Um die Installationen in einem intelligenten Gebäude miteinander zu vernetzen, arbeiten vor allem die Gewerke Elektrotechnik, Sanitär- und Heizungstechnik und Metall eng zusammen. Auch die Unterrichtsinhalte in der überbetrieblichen Ausbildung sind im Berufsbildungszentrum Bielefeld miteinander verzahnt.


Für die überbetriebliche Ausbildung hat das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer OWL Klassensätze mit unterschiedlichen Komponenten der Gebäudetechnik angeschafft: IP-Telefonanlagen, NAS-Server, IP-Router, Tablets und Laptops. Über einen Visualisierungsbaustein können die Kursteilnehmer mit ihren Smartphones auf die - zuvor installierte und parametrierte - Anlage der Gebäudetechnik zugreifen. Der fachmännisch gesicherte NAS-Server, auf dem alle Daten gespeichert werden, befindet sich in der Praxis direkt im eigenem Haus.


"Ziel ist es, unsere Teilnehmer für das Thema Datensicherheit zu sensibilisieren und es potenziellen Hackern so schwer wie möglich zu machen, an vertrauliche Daten heranzukommen", erklärt der gelernte Elektrotechniker-Meister. Da sich nicht nur die Technik permanent verändert, sondern auch die Art zu lernen, hat das Berufsbildungszentrum Bielefeld auch seine Methoden der Wissensvermittlung angepasst. Den Auszubildenden wird die Kompetenz vermittelt, neu auftretende Probleme zu lösen und vor Ort Entscheidungen zu treffen. Die Lehrgangsunterlagen werden online auf der Lernplattform Illias bereitgestellt und fortwährend aktualisiert. Da die Entwicklungen in den Bereichen Intelligente Vernetzung von Gebäuden, Energiewende und Elektromobilität überaus dynamisch sind, ist eine Neuordnung der Ausbildungsberufe im Elektrohandwerk geplant. Hinzukommen wird der Ausbildungsberuf "Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration". Der zukünftige Ausbildungsberuf ist damit der erste im gesamten Handwerk, der vor dem Hintergrund der Digitalisierung geschaffen wurde.