13-10-2020

Energiewende braucht Planung

Maximilian Schröder, Fachkraft für Intelligente Gebäudetechnologien, setzt auf Beratung und Information.
(v.l.) Roland Willrich, Fachbereichsleiter Intelligente Gebäudetechnologien (IGT), und Maximlian Schröder, Elektrotechniker-Meister und Fachkraft IGT

„Wer langfristig Energie und damit Geld sparen möchte, muss vorher in die Technik investieren“, erklärt Elektrotechniker-Meister Maximilian Schröder. Sein Bielefelder Fachbetrieb hat sich auf intelligente Gebäudetechnologien in Einfamilienhäusern spezialisiert. „Viele Neubauten von heute werden mit einer Technik aus den 70er Jahren geplant und ausgestattet“, bedauert der Fachmann. An Gebäudetechnologien würde vor allem aus Unwissen gespart. Genau das möchte er ändern.

 

Die Karriere des 28-Jährigen Handwerksmeisters verläuft steil nach oben: Nach der Ausbildung zum Elektroniker, Fachrichtung Energie und Gebäudetechnik, sammelte er zunächst Berufserfahrung, erwarb nach dem Besuch der Vorbereitungskurse im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer den Titel Elektrotechniker-Meister und ließ sich zur Fachkraft für Intelligente Gebäudetechnologien (IGT) weiterbilden. „Durch den enormen Wandel der Technik sind Weiterbildungen unerlässlich, wenn man am Markt von morgen bestehen will“, erklärt Schröder. Mit der Weiterbildung zur Fachkraft IGT hat Schröder nicht nur sein fachliches Knowhow erweitert, sondern auch seine Beratungskompetenz. Er empfiehlt allen künftigen Bauherrinnen und Bauherren, gleich zu Beginn der Planungsphase eine genaue Bedarfsanalyse im Bereich der Gebäudetechnik durchzuführen.
 

Wie diese Bedarfsanalyse strukturiert erfolgt, wird unter anderem in der Weiterbildung Fachkraft IGT vermittelt. Die Ergebnisse fließen mit in die Gebäudeplanung ein. Während der Bauphase koordiniert die Fachkraft IGT in Abstimmung mit den Architekten die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gewerke auf der Baustelle, die für die Umsetzung der Gebäudeautomation verantwortlich sind. „Nur mit einer passgenauen Planung können die Erwartungen an ein modernes Gebäude erfüllt werden“, erklärt Roland Willrich, Bereichsleiter Intelligente Gebäudetechnologien der Handwerkskammer, entscheidend seien die Faktoren Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit. Im Vorfeld die Bedarfe der Nutzer zu erkennen und zu planen, sei günstiger als später nachzuarbeiten. Auch die Anforderungen der Energieeinsparverordnung würden so optimal und kundengerecht umgesetzt.

 

Maximilian Schröder engagiert sich im Vorstand der Fachinnung Elektrotechnik Bielefeld. Der Handwerksunternehmer verweist auf den E-Check, einem Service der Innungsbetriebe zur Kontrolle der Elektro-Sicherheit, der sich durch intensive Aufklärungsarbeit durchgesetzt hat. Das kann seiner Auffassung nach mit den Beratungsleistungen rund um das intelligente Gebäude auch gelingen.  „Wenn wir mit der Energiewende vorankommen wollen, müssen zeitgemäße Technologien beim Hausbau selbstverständlich werden“, stimmt ihm Roland Willrich zu, der eng mit den ostwestfälisch-lippischen Innungen zusammenarbeitet. „Das Elektrotechniker-Handwerk bietet großartige Chancen für junge Menschen, die ihr Berufsleben aktiv gestalten möchten“, betont der Maximilian Schröder und verweist auf die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten im Elektro-Handwerk.  Den von seinem Großvater 1966 gegründeten Familienbetrieb hat er 2017 übernommen. Inzwischen beschäftigt er drei Gesellen und einen Auszubildenden.