24-01-2019

Faire Marktbedingungen durch Meisterpflicht

Ablehnende Einschätzung der Monopolkommission für Handwerkskammer nicht nachvollziehbar.

„Die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zulassungsfreien Gewerken bringt mehr Wettbewerbsgerechtigkeit und faire Marktbedingungen", erklärte Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. Deshalb sei die ablehnende Einschätzung der Monopolkommission für die Handwerkskammer nicht nachvollziehbar.

 

Die Monopolkommission räume selbst in ihrer Stellungnahme ein, dass es bei den Betriebsgründungen in den zulassungsfreien Berufen nur eine „geringe Stabilität der Betriebe“ gebe. Genau das belegten auch die Erfahrungen der letzten 15 Jahre im OWL-Handwerk, so Borgert. Viele Gründungen in den deregulierten Handwerksberufen, bei denen weder Inhaber noch Leiter eine einschlägige Qualifikation haben, verschwänden schnell wieder vom Markt - im Bereich Bau- und Ausbau oft schon innerhalb der Gewährleistungsfrist.

 

Der Meisterbrief stehe auch für Verbraucherschutz und Qualitätssicherung. In vielen zulassungsfreien Berufen wie dem Fliesenleger-Handwerk könne derzeit jeder einfach loslegen, auch ohne jegliche Qualifikation, betonte Borgert. Weil diese nicht ausbilden können und dürfen, gehe auch die Ausbildungsleistung weiter zurück. Das verschärfe den bestehenden Fachkräftemangel im Handwerk.

 

Auch rechtliche Bedenken lässt die Kammer nicht gelten: Die vorliegenden Rechtsgutachten bestätigten, dass eine Rückkehr von Handwerkern in die Meisterpflicht verfassungs- und europarechtlich grundsätzlich möglich sei.