15-10-2020

Finke Formenbau GmbH aus Altenbeken erhält den Zukunftspreis

Auszeichnung in der Kategorie „Exzellente Ausbildungsleistung“.
v.l. Mickel Biere (Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Peter Eul (Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Zukunftspreis Handwerk OWL und Präsident der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld), Preisträger Markus Finke (Geschäftsführer der Finke Formenbau GmbH), Dr. Jens Prager (Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer) und Michael Lutter (stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe)

Die Stiftung Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen-Lippe hat in diesem Jahr die Preisvergabe unter das Motto „Nachwuchssicherung in der beruflichen Ausbildung“ gestellt und Preise in drei Kategorien vergeben. Mit der Vergabe möchte die Stiftung die Bedeutung der dualen Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe herausstellen. „Die exzellente Ausbildungsleistung der Finke Formenbau GmbH spiegelt sich regelmäßig in den guten Leistungen wider, die die Auszubildenden in der Gesellenprüfung unter Beweis stellen“, erklärte Peter Eul, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Präsident der Handwerkskammer OWL.

 

Daher erhält die Finke Formenbau GmbH (Altenbeken) den Zukunftspreis in der Kategorie „Exzellente Ausbildungsleistung“. Den Preis für „Besonderes soziales Engagement“ in der Ausbildung erhält das Unternehmen Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau (Petershagen). Das Bauunternehmen Josef Hauphoff GmbH (Verl) wird für seine „Kreativität und Aktivität bei der Nachwuchsgewinnung und -sicherung“ ausgezeichnet.  

 

Eine Fachdelegation unter der Leitung von Peter Eul und Dr. Jens Prager, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL, besuchte die drei Siegerbetriebe. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Unternehmensbesuche in einem kleinen Rahmen statt. „Die Ausbildungszahlen im ostwestfälisch-lippischen Handwerk sind drei Jahre in Folge gestiegen“, betonte Prager. Zu verdanken sei das auch dem herausragenden Engagement vieler Handwerksunternehmen. „Corona-bedingt konnten wir diese Erfolgsserie bisher nicht fortsetzen“, erklärte Prager. Die Aufholjagd bei den Ausbildungsstellen laufe jedoch noch bis Ende des Jahres. Prager forderte während der Firmenbesuche, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung weiter voranzubringen.   

 

Die Politik sei diesbezüglich auf einem guten Wege, aber noch nicht am Ziel angekommen. „Die Handwerkskammer und die fünf regionalen Kreishandwerkerschaften haben gemeinsam die AzubiCard analog zum Studierendenausweis eingeführt“, erklärte Prager. Die Gleichwertigkeit müsse auch in „den Köpfen“ aller Beteiligten verankert werden.

 

Das Unternehmen Finke Formenbau GmbH aus Altenbeken unter Leitung von Geschäftsführer Markus Finke hat sich auf die Herstellung von Formen und Zubehör für die Kunststoffindustrie spezialisiert. Die Finke Formenbau GmbH hat 103 Mitarbeitende, und zusätzlich 17 Auszubildende, die zum Feinwerkmechaniker mit dem Schwerpunkt Werkzeugbau ausgebildet werden, sowie eine Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement. Die Finke Anwendungstechnik GmbH ergänzt das Angebot von Finke Formenbau. Dort arbeiten 50 Mitarbeiter und drei Auszubildende zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Finke Formenbau arbeitet eng mit der Gesamtschule Bad Lippspringe-Schlangen zusammen und ist stets auf der Ausbildungsmesse der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe vertreten. In Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer entsendet Finke Formenbau eigene Auszubildende als Botschafter in Schulen, damit diese vor Ort ihren Ausbildungsberuf vorstellen. Junge Leute finden auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda ihren Weg in den handwerklichen Zulieferbetrieb. Finke fördert seine Auszubildenden zusätzlich zur überbetrieblichen Ausbildung und zur Berufsschule mit einem firmeneigenen Werkunterricht. Inhaltliche Schwerpunkte des Unterrichts sind Mathematik, Physik und Systemautomatisierung. Großen Wert legt das Unternehmen auf ein sorgfältig geführtes Berichtsheft, das die Ausbildungsmeister kontrollieren. Alle Ausbildungsschritte werden dort von den Auszubildenden nachvollziehbar dokumentiert, sodass das Heft eine fundierte Grundlage für die Prüfungsvorbereitung liefert. Der Erfolg zeigt sich auch in regelmäßig guten Gesellenprüfungsleistungen der Auszubildenden. Gemeinsame Aktivitäten wie ein Firmen-Fußball-Cup tragen zur Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen bei. „Die Ausbildung bildet für uns das Standbein für Innovation und Wachstum sowie Fachkräftesicherung“, erklärte Firmenchef Markus Finke.          

 

Der Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen-Lippe wird jährlich vergeben. Die offizielle Preisvergabe in der Skylobby des Theaters Gütersloh mit Festredner Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.