13-11-2020

Goldener Meisterbrief für Walter Rauhut

Der Radio- und Fernsehtechnikermeister ist ein Verfechter des handwerklichen Arbeitens.
Meisterjubilar Walter Rauhut und Ehrenpräsidentin Lena Strothmann

Vor 50 Jahren legte Walter Rauhut (79) vor der Bielefelder Handwerkskammer seine Meisterprüfung als Radio- und Fernsehtechnikermeister ab. Sein Meisterstück, ein UKW-Empfangsgerät, hat der Bielefelder zur feierlichen Übergabe im Campus Handwerk in Bielefeld mitgebracht. Den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer OWL überreichte Ehrenpräsidentin Lena Strothmann. „Heute sind der akademische Abschluss Bachelor und der berufliche Abschluss Meister gleichgestellt“, erklärte Lena Strothmann. Das zeige den Wert, den eine handwerkliche Ausbildung von jeher hatte. 

 

Gelernt hat Rauhut im Jöllenbecker Fachbetrieb Lenz, nach seiner Ausbildung blieb er zwei Jahre bei seinem Lehrherrn. 1964 eröffnete das Kaufhaus Karstadt in Bielefeld und wurde der neue Arbeitgeber des Radio- und Fernsehtechnikers. Später wechselte Rauhut zu Loewe Opta, ebenfalls in der Bielefelder Innenstadt. Dort absolvierte er nebenberuflich seine Meisterausbildung. Die Konstruktion seines Meisterstücks hat er komplett selbst entwickelt, fast zwei Monate hat der Funkamateur daran getüftelt. Die Gehrungsschnitte des Metallrahmens wurden in der Meisterwerkstatt von Schüco gemacht. „Ich bin ein Verfechter des handwerklichen Arbeitens“, erklärt Walter Rauhut. Der Radio- und Fernsehtechnikermeister bedauert, dass bei den meisten neuen technischen Geräten wie Fernseher oder Radios kaum noch Reparaturen durchgeführt werden können. Auch die technische Beratung durch einen Handwerksmeister könne nicht durch Beschreibungen im Internet ersetzt werden. 1979 wechselte Rauhut seine Arbeitsstelle und war für den technischen Service an der Universität Bielefeld zuständig. Einmal habe er sogar ein Elektronenmikroskop repariert. „Darauf bin ich besonders stolz“, erklärt der passionierte Handwerksmeister.