31-10-2018

Handwerk gibt Impulse

Themen wie Unternehmensnachfolge in der Familie und Digitalisierung wurden diskutiert.

Peter Eul (Handwerkskammer), Bürgermeister Burkhard Deppe, Dr. Jens Prager (Handwerkskammer), Matthias Goeken MdL, Lena Strothmann, Wolfgang Borgert, Dr. Maribel Illig (Handwerkskammer), Benedikt Goeken, Kreishandwerksmeister Martin Knorrenschild, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Alfred Gemmeke und Jens Kronsbein (Bezirksregierung).
Unter dem Motto „Handwerk gibt Impulse“ hat die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld in die Bad Driburger Bäckerei und Konditorei „Goeken backen“ eingeladen. Unter Leitung von Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführer Dr. Jens Prager, erfuhren die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, wie Handwerk im Zeitalter der Digitalisierung funktioniert.

 

Die Bäckerei, die in der fünften Generation von Benedikt Goeken geführt wird, steht für Tradition und Moderne. Das Filial-Unternehmen führt derzeit mit dem Paderborner Start-up „Intab Pro“ eine Bäckerei-Software ein. Intab Pro steht für Intelligente Absatzprognose. Die Software des Start-ups hilft Goeken, die Menge der Backprodukte für die Filialbetriebe zu errechnen, damit nur noch wenig Ware am Abend entsorgt werden muss.

 

„Das ist nur ein Baustein unseres modernen Managements“, erklärte Bäcker- und Konditormeister Benedikt Goeken. Vor allem die Themen Mitarbeiterführung und Ausbildung nehme sein Unternehmen sehr ernst. Für die Kollegen hat Goeken backen kürzlich einen Fitnessraum errichtet. Über 65 Auszubildende in drei Lehrjahren und fünf Berufen sind bei Goeken beschäftigt. Vor jeder Ausbildung im Hause Goeken steht ein Betriebspraktikum, dann folgt in den ersten zwei Wochen eine „Azubi-Akademie“ zum Kennenlernen des Betriebes. Ein Berufsschultaxi fährt die jungen Leute in die Schule, ein Bonusprogramm ermuntert zu guten Leistungen. Der „Azubi des Monats“ darf einen Monat lang umsonst Autofahren.

 

Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer, lobte das vorbildliche Engagement der Bäckerei aus dem Hochstift. Das Unternehmen verbinde Tradition, Moderne und eine digitale Herangehensweise. „Goeken hat sich in der 120-jährigen Unternehmensgeschichte stets Innovationen geöffnet und ein modernes Handwerk gelebt“, betonte die Präsidentin und lobte das Engagement für den Nachwuchs.

 

„Das Handwerk bietet vielfältige Karrierechancen für junge Leute“, betonte die Kammerpräsidentin. „Als Gesellin und Geselle können sie sich in ihrem Beruf spezialisieren und Weiterbildungen besuchen“, erklärte Strothmann. Der Meistertitel sei dem Bachelorabschluss gleichgestellt und öffne den Weg in die Unternehmensgründung. Natürlich sei eine handwerkliche Ausbildung auch ein gutes Fundament für ein anschließendes Studium, so die Präsidentin. 

 

Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer und Leiter der Abteilung Betriebsberatung und Wirtschaftsförderung, lobte die gelungene Betriebsübergabe im Familienunternehmen Goeken. „Junge Talente mit Unternehmer-Gen finden im Handwerk gute Chancen, erfolgreich einen Betrieb aufzubauen oder zu übernehmen“, betonte Borgert. Durch die Digitalisierung erscheine vielen jungen Leuten das Handwerk zunehmend attraktiv. Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, wies auf das Netzwerk „Handwerk-Digital.NRW“ hin, bei dem die Bielefelder Handwerkskammer die Federführung übernommen habe. „Aus den digitalen Veränderungen resultieren große Chancen für den Wirtschaftszweig Handwerk“, fügte Prager an.