27-11-2019

Handwerk ist Umweltdienstleister Nr. 1

Die Vollversammlung tagte im Campus Handwerk.
Die Vollversammlung im Campus Handwerk.

Auf der Vollversammlung der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld forderte Präsident Peter Eul die Bundesregierung auf, die Weichen für die Zukunft zu stellen, damit das Handwerk weiter ein Stabilitätsanker in der heimischen Wirtschaft bleiben könne. „Ohne ein wettbewerbsfähiges Steuersystem, eine bezahlbare Energiepolitik und eine gute analoge wie digitale Infrastruktur laufen wir anderen Ländern nur hinterher“, betonte Eul. Als Schritt in die richtige Richtung nannte der Handwerkspräsident die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken. Die „Stärkung des Meisters“ sei ein entscheidender Beitrag, um die Zukunft eines qualitativ hochwertigen Handwerks mit bestandsfähigen Betrieben und einer hohen Ausbildungsleistung sicherzustellen.

 

Um die Ausbildung im Handwerk weiter zu fördern, haben die nordrhein-westfälischen Handwerkskammern von der Landesregierung die Bereitstellung von Fördermitteln für den Bau und den Betrieb von Auszubildendenwohnheimen gefordert. Das Thema werde das Handwerk konsequent bei den Kommunalwahlen 2020 in NRW an die Politik adressieren. „Gleiche Rahmenbedingungen für berufliche und akademische Bildung“, verlangte Eul.

 

Die derzeitige Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung bezeichnete Eul als „zeitgeistgetriebenes Gemenge von Einzelmaßnahmen“. „Wir brauchen dringend ein ineinandergreifendes Gesamtkonzept“, forderte der Handwerkspräsident. Eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik könne nur mit dem Handwerk umgesetzt werden. „Wir sind der Umweltdienstleister Nr. 1 in den Bereichen Gebäude-, Energie-, Umwelt- und Fahrzeugtechnik“, betonte Eul.

 

Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, stellte dem Handwerksparlament, das sich im Sommer neu konstituiert hatte, die „Gemeinsame Vision: Zukunftskammer 2025“ vor.

 

„Die konsequente Umsetzung der langjährigen Digitalisierungsstrategie wird zu einer umfassenden Modernisierung sämtlicher Verwaltungsprozesse der Handwerkskammer führen“, betonte Prager. Die Handwerkskammer nutze die digitalen Neuerungen vor allem, um die Mitgliedsbetriebe, mit fortlaufend optimierten Angeboten zu unterstützen, die stets „am Puls der Zeit“ seien. „Beratungs- und Serviceleistungen, Informationen, Unterlagen und Tools werden zukünftig zum größten Teil digital vorliegen und können dann derzeit und an jedem Ort eingesetzt oder abgerufen werden“, so Prager.