23-04-2018

Investitionsklima erreicht Rekordwert

Die Stimmungslage im ostwestfälisch-lippischen Handwerk ist im neunten Jahr in Folge ausgezeichnet und erreicht in diesem Frühjahr neue Rekordmarken.
Präsidentin Lena Strothmann und Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, verkünden hervorragende Ergebnisse

Der Geschäftsklimaindex (GKI) steigt auf 147 Punkte, das ist ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Investitionsklimaindex erreicht mit 119 Punkten den höchsten Wert seit 1991, im Frühjahr 2017 waren es 113. 95 Prozent der regionalen Handwerksunternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut (60 Prozent) oder zufriedenstellend. Im Frühjahr 2017 gaben  51,7 Prozent die Note gut. Die Umsätze und Auftragsbestände markieren eine noch deutlich stärkere Aufwärtsdynamik. 36 Prozent der befragten Betriebe berichten von gestiegenen Umsätzen und 41 Prozent von gestiegenen Auftragsbeständen.

Die Zukunftserwartungen für das nächste Halbjahr erreichen ebenfalls einen neuen Spitzenwert: 43 Prozent der befragten Betriebe erwarten eine bessere und 54 Prozent eine gleichbleibende Geschäftslage. Pessimistisch sind hingegen nur noch 3 Prozent, gegenüber 4,6 Prozent im Frühjahr 2017.

„Die Betriebe in der Region stehen hervorragend da und sie blicken optimistisch in die Zukunft“, betonte Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. „Die hervorragende Kapazitätsauslastung zeigt auch, dass die Kunden dem Handwerk vertrauen“, fügte die Präsidentin an. 57 Prozent melden eine hohe Auslastung von 80 Prozent und mehr.  

Die Preise steigen trotz der hohen Auslastung nur sehr verhalten. 59 Prozent der befragten Unternehmen berichten von stabilen Preisen, nur ein Drittel der Handwerksbetriebe konnte die steigenden Kosten, die insbesondere im Personalbereich anfallen, an die Kunden weitergeben.

Angetrieben wird die gute Stimmungslage im Handwerk vom Bauboom. Die Konjunktur im  Bauhauptgewerbe erreicht aufgrund des anhaltenden Bau- und Immobilienbooms und der niedrigen Zinsen ein neues Rekordniveau, betonte Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Finanzen und Wirtschaftsförderung. Seit dem Frühjahr 2017 habe sich die Lagebeurteilung der Betriebe nochmals verbessert: 73 Prozent melden eine gute und nur 1 Prozent eine schlechte Geschäftslage. Die Anzahl der Betriebe, die gestiegene Beschäftigungszahlen nannte, sank von 32 Prozent vor Jahresfrist auf 25 Prozent im Frühjahr 2018. Bei der Auftragsweite (11,4 Wochen) und der Kapazitätsauslastung (mehr als 80 Prozent) liegt die Baubranche deutlich vor den übrigen Handwerksbranchen.

Das Ausbaugewerbe, die größte Branchengruppe des Handwerks, profitiert von der positiven Entwicklung im Baubereich. 67 Prozent der befragten Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage. „Ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2017 “, betonte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer. Die Zukunftserwartungen sind äußerst optimistisch: 43 Prozent gehen von einer noch besseren Geschäftslage aus, 55 Prozent rechnen mit einer gleichbleibend guten Lage. Der Geschäftsklimaindikator steigt deutlich gegenüber dem Vorjahr um 9 Punkte auf 151. Auch bei Umsätzen, Beschäftigtenzahlen, Auftragsbeständen und Investitionen überwiegen die Positivmeldungen deutlich. 42 Prozent der Betriebe rechnen damit, die Preise in der nächsten Zeit zu erhöhen. 

Auch die handwerklichen Zulieferer und Dienstleister der Industrie bleiben auf Erfolgskurs. Sie haben Anteil an den Exporterfolgen der deutschen Wirtschaft. Trotz Handelskonflikten, Brexit und starkem Euro blicken 45 Prozent der befragten Unternehmen optimistisch in die Zukunft und erwarten eine gute Geschäftslage, 50 Prozent rechnen mit gleichbleibendem Erfolg. Mit ebenfalls 67 Prozent melden deutlich mehr als im letzten Frühjahr (47 Prozent) eine gute Geschäftslage. 28 Prozent sind zufrieden. Bei Umsätzen, Beschäftigten und Auftragsbeständen ist eine starke Aufwärtsdynamik erkennbar: 22 Prozent melden mehr Beschäftigte, 40 Prozent mehr Umsatz und 49 Prozent einen höheren Auftragsbestand. Das Investitionsklima befindet sich mit 123 Punkten auf einem sehr hohen Niveau.   

Das Kraftfahrzeuggewerbe zeigt sich im Frühjahr 2018 sehr zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation: 53 Prozent der befragten Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als positiv, 39 Prozent sind zufrieden und nur 8 Prozent unzufrieden. Das Investitionsklima stieg im Kfz-Gewerbe um 15 Punkte auf 125 Punkte. 43 Prozent der Betriebe melden gestiegene, nur 10 Prozent rückläufige Investitionen. 39 Prozent der Kfz-Unternehmen sehen auch ihre künftige Geschäftslage optimistisch, 57 Prozent erwarten eine gleichbleibende Situation. Die Beschäftigungslage ist ausgeglichen: 84 Prozent erwarten eine unveränderte Beschäftigtenzahl, 8 Prozent eine steigende und 8 Prozent eine sinkende Zahl.       

Im Nahrungsmittelgewerbe hat sich die Konjunkturlage seit Jahresfrist verbessert. 43 Prozent der befragten Betriebe melden eine gute und 10 Prozent eine schlechte Geschäftslage. 24 Prozent der befragten Betriebe rechnen damit, dass sich die Beschäftigtenzahl künftig erhöht, 76 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Personalstand. Der Geschäftsklimaindikator stieg auf 136 Punkte. Das Ergebnis ist allerdings nicht repräsentativ.

Die Zufriedenheit der Gesundheitsgewerbe ist gegenüber dem Frühjahr 2017 gestiegen. Der Geschäftsklimaindex liegt mit 136 Punkten deutlich über dem Vorjahresniveau (117). Auch hier sind die Ergebnisse nicht repräsentativ. 40 Prozent der Betriebe, die geantwortet haben, melden eine gute und nur 4 Prozent eine schlechte Geschäftslage.

Die Stimmung bei den Handwerken für den privaten Bedarf hat sich etwas eingetrübt: 35 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend (Frühjahr 2017: 42 Prozent). 47 Prozent erwarten allerdings eine verbesserte Geschäftslage, nur 4 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft. Bei Umsätzen und Auftragsbeständen überwiegen die Positivmeldungen. Auch die künftige Entwicklung der Auftragslage sehen 45 Prozent der Betriebe positiv.