19-10-2020

Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau aus Petershagen ausgezeichnet

Zukunftspreis Handwerk OWL für soziales Engagement.

(v.l.) Peter Eul, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Zukunftspreis Ostwestfalen-Lippe und Präsident der Handwerkskammer OWL, Anna Hermeier, Firmenchefin, Ulrich Birkemeyer, Kreishandwerksmeister, Elisabeth Holland, Prokuristin und Nachfolgerin, Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, Philipp Fischer, Gebietsdirektor Signal Iduna, sowie Dr. Jens Prager, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL


Die Stiftung Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen-Lippe hat in diesem Jahr die Preisvergabe unter das Motto „Nachwuchssicherung in der beruflichen Ausbildung“ gestellt und Preise in drei Kategorien vergeben. Mit der Vergabe möchte die Stiftung die Bedeutung der dualen Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe herausstellen. „Soziales Engagement ist bei der Jenz GmbH eine Selbstverständlichkeit. Zahlreiche Projekte, Schulen und Vereine in der Region werden unterstützt. Dieser überdurchschnittliche Einsatz für die berufliche Ausbildung und Nachwuchssicherung hat die Jury überzeugt“, erklärte Peter Eul, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Präsident der Handwerkskammer OWL.

 

Daher erhält die Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau (Petershagen) den Preis für „Besonderes soziales Engagement“ in der Ausbildung. Das Bauunternehmen Josef Hauphoff GmbH (Verl) wird für seine „Kreativität und Aktivität bei der Nachwuchsgewinnung und -sicherung“ ausgezeichnet. Den Zukunftspreis in der Kategorie „Exzellente Ausbildungsleistung“ erhält die Finke Formenbau GmbH (Altenbeken).  

 

Eine Fachdelegation unter der Leitung von Peter Eul und Dr. Jens Prager, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL, besuchte die drei Siegerbetriebe. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Unternehmensbesuche in einem kleinen Rahmen statt. „Die Ausbildungszahlen im ostwestfälisch-lippischen Handwerk sind drei Jahre in Folge gestiegen“, betonte Prager. Zu verdanken sei das auch dem herausragenden Engagement vieler Handwerksunternehmen. „Corona-bedingt konnten wir diese Erfolgsserie bisher nicht fortsetzen“, erklärte Prager. Die Aufholjagd bei den Ausbildungsstellen laufe jedoch noch bis Ende des Jahres.

 

Prager forderte während der Firmenbesuche, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung weiter voranzubringen. Die Politik sei diesbezüglich auf einem guten Wege, aber noch nicht am Ziel angekommen. „Die Handwerkskammer und die fünf regionalen Kreishandwerkerschaften haben gemeinsam die AzubiCard analog zum Studierendenausweis eingeführt“, erklärte Prager. Die Gleichwertigkeit müsse auch in „den Köpfen“ aller Beteiligten verankert werden.

   

Das Familienunternehmen Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau aus Petershagen unter Leitung des geschäftsführenden Gesellschafters Uwe Hempen-Hermeier stellt Technik zur Aufbereitung von Biomasse her. Als „grünes“ Unternehmen trifft es den Nerv der jungen Generation, die sich insbesondere für Umweltthemen interessiert und engagiert. Das Unternehmen Jenz bildet regelmäßig in den Berufen Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik, Feinwerkmechaniker mit dem Schwerpunkt Maschinenbau und seit 2019 auch Land- und Baumaschinenmechatroniker aus. Ferner werden Kaufleute ausgebildet, wie auch duale Studiengänge (Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen) angeboten. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 20 Auszubildende, darunter acht angehende Metallbauer, zwei Land- und Baumaschinenmechatroniker, drei Feinwerkmechaniker, drei Industriekaufleute sowie vier duale Studenten und damit so viele wie nie zuvor. Neben der üblichen Stellenausschreibung über die Agentur für Arbeit und in den Tageszeitungen werden soziale Medien genutzt, Berufsinformationsmessen und Berufsinformationstage in Schulen wahrgenommen sowie Kooperationen zu Schulen der Umgebung unterhalten. 2019 hat das Unternehmen erstmalig zu einem Karrieretag eingeladen, an dem junge Leute die Aufstiegschancen im Handwerk kennenlernen konnten.

 

„Soziales Engagement in der Region ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir sind als Familienunternehmen in der dritten Generation seit fast 100 Jahren in Petershagen ansässig und fühlen uns sehr mit der Region verbunden“, erklärte Uwe Hempen-Hermeier. Jenz fördert heimische Vereine und Organisationen. Dazu zählen Handball- und Fußballvereine und Laufgruppen ebenso wie der Jugendchor der Christuskirche Todtenhausen. Auch der Bürgerverein „Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen“ wird unterstützt, um ein wichtiges Stück Zeitgeschichte zu bewahren. Besonders am Herzen liegen dem Unternehmen außerdem Umwelt- und Bildungsprojekte, wie die Umweltbildungsflatrate der Grundschule Friedewalde-Eldagsen, die seit vielen Jahren gesponsert wird, und das Energie-Scout-Projekt der eigenen Auszubildenden, bei dem die Azubis Energieeinsparpotenziale im eigenen Unternehmen aufdecken. Unterstützung finden auch seit vielen Jahren das Aktionskommitee „Rettet die Weißstörche e. V.“ sowie verschiedene Projekte der Kirchengemeinde Friedewalde, wie zuletzt das Projekt „Masi Kwa Woshe“ - ein Projekt zur Förderung der Wasserversorgung einer Kirchengemeinde in Tansania.

 

Der Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen-Lippe wird jährlich vergeben. Die offizielle Preisvergabe in der Skylobby des Theaters Gütersloh mit Festredner Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.