11-10-2018

Konjunkturbericht: Hohe Auslastung der Betriebe

Neuer Herbstrekordwert beim Geschäftsklima.


Die Leistungen der Handwerkerinnen und Handwerker bleiben gefragt. Der stärkste Konjunkturzyklus im OWL-Handwerk setzt sich im neunten Jahr fort. Mit 142 Punkten (138 Punkte im Herbst 2017) erreicht der Geschäftsklima-Index einen neuen Herbst-Rekordwert. Dass die Betriebe auch im Hinblick auf die Zukunft optimistisch gestimmt sind, zeigt das Investitionsklima von 118 Punkten (116 Punkte): 32 Prozent der Betriebe melden in der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer OWL gestiegene Investitionen, 29 Prozent wollen auch in Zukunft mehr investieren. Auch die Umsätze und Auftragsbestände entwickeln sich noch erfreulicher als im Herbst 2017: 42 Prozent (40 Prozent) der Betriebe berichten von gestiegenen Umsätzen und 45 Prozent (42 Prozent) von gestiegenen Auftragsbeständen.   

 

Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt bei 7,5 Wochen. Kunden, die Bauhandwerker bestellen, müssen sich im Schnitt 11,7 Wochen gedulden, im Ausbaugewerbe dauert die durchschnittliche Wartezeit 8,3 Wochen. Die Handwerksbetriebe können nicht mehr jeden Auftrag erfüllen. Dennoch drehen die Handwerksunternehmerinnen und  -unternehmer die Preisspirale nicht nach oben. 61 Prozent der befragten Betriebe spricht von stabilen Preisen. Nur ein Drittel hat die steigenden Kosten vor allem im Bereich Personal an die Kunden weitergegeben.  

 

Das Beschäftigungsklima bleibt mit 113 Punkten (114) hoch.

Für Handwerksunternehmer ist es weiterhin schwierig, Fachpersonal und Auszubildende zu finden. Offene Stellen bleiben häufig unbesetzt. Auch das OWL-Handwerk unterstützt die Forderungen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) nach einem Einwanderungsgesetz. 

 

Als „herausragend“ bezeichnete Wolfgang Borgert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, die konjunkturelle Lage im Bauhauptgewerbe. Der Geschäftsklimaindex steigt um zwölf Punkte gegenüber dem Vorjahr auf 146 Punkte. Nur ein Prozent der befragten Betriebe sprach von einer schlechten Geschäftslage. 74 Prozent bezeichneten ihre Situation als „gut“. 27 Prozent rechnen weiterhin mit einer Verbesserung der Geschäftslage. Das Investitionsklima ist von 114 auf 119 Punkte gestiegen. Trotz des leergefegten Arbeitsmarktes wollen 17 Prozent im nächsten Halbjahr Fachkräfte einstellen. Durch die ausgezeichnete Marktlage konnten 48 Prozent der Baubetriebe ihre Preise den steigenden Kosten anpassen.  

 

Das Ausbaugewerbe, die größte Branchengruppe des Handwerks,

profitiert weiterhin vom aktuellen Immobilienboom. 69 Prozent (66 Prozent) der befragten Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als „gut“, nur vier Prozent sind unzufrieden. Der Geschäftsklimaindex kletterte um einen Punkt auf 143 Punkte. 32 Prozent der befragten Betriebe erwarten in der Zukunft eine Verbesserung der geschäftlichen Situation, 61 denken, dass die Lage unverändert bleibt. Weiterhin positiv entwickelt hat sich auch das Investitionsklima: 30 Prozent (26) haben investiert und 28 Prozent (25 Prozent) wollen es künftig tun. 58 Prozent der Betriebe hielten ihre Preise stabil, 39 Prozent konnten sie erhöhen. 

 

Die handwerklichen Zulieferer und Dienstleister der Industrie bleiben mit 141 Punkten beim Geschäftsklima auf dem erfolgreichen Niveau des Vorjahres. 62 Prozent der Betriebe melden eine gute Geschäftslage und 29 Prozent geben „zufrieden“ an. Im nächsten Halbjahr rechnen 37 Prozent mit einer Verbesserung der Geschäftslage, 55 Prozent gehen von einer unveränderten Situation aus. Immerhin 23 Prozent der befragten Betriebe hat das Personal aufgestockt. Der Umsatz ist bei 47 Prozent gestiegen, 51 Prozent der Betriebe melden einen größeren Auftragsbestand. Das Investitionsklima steigt auf 123 Punkte (114 Punkte).      

 

Das Kraftfahrzeuggewerbe bewertet seine aktuelle Lage positiver als im Vorjahr. 52 Prozent der Betriebe (43 Prozent) bezeichnen die Geschäftssituation als „gut“, 42 Prozent sind zufrieden. In der Zukunft erwarten 37 Prozent der Betriebe eine Verbesserung. Das Geschäftsklima steigt damit recht deutlich um 17 Punkte auf 138 Punkte. 42 Prozent haben investiert, 39 Prozent planen es für das nächste Halbjahr. Das Investitionsklima liegt mit 126 Punkten an der Spitze der handwerklichen Branchengruppen in OWL.      

 

Im Nahrungsmittelgewerbe hat sich die Konjunkturlage insgesamt entspannt. 50 Prozent der befragten Betriebe melden eine gute, aber immerhin 22 Prozent eine schlechte Geschäftslage. 39 Prozent erwarten im nächsten Halbjahr eine verbesserte Situation. Optimistisch zeigen sie sich auch beim Investitionsverhalten: 44 Prozent der befragten Betriebe haben investiert und 28 Prozent möchten in Zukunft investieren.

 

Bei den Gesundheitshandwerken bewegt sich das Geschäftsklima mit 130 Punkten nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres (132 Punkte). 42 Prozent melden eine gute und nur fünf Prozent eine schlechte Geschäftslage.

 

30 Prozent erwarten im nächsten Halbjahr eine Verbesserung der geschäftlichen Situation. Das passt zum Investitionsverhalten: 39 Prozent haben investiert. 

 

Die Stimmung bei den Handwerken für den privaten Bedarf bleibt mit 137 Punkten beim Geschäftsklima auf dem gleichen Niveau wie im Herbst 2017. 46 Prozent der befragten Betriebe melden eine gute Geschäftslage und nur zehn eine schlechte. Auch die Zukunft sieht fast die Hälfte der Betriebe positiv: 44 Prozent rechnen mit einer verbesserten geschäftlichen Situation. Das Investitionsklima ist um sieben Punkte auf 115 Punkte zurückgegangen, liegt damit aber nur knapp unter dem Durchschnittsniveau im OWL-Handwerk (118 Punkte).    


PDFKonjunkturbericht Herbst 2018