14-09-2020

Kreative Wege finden

Metallbauunternehmen niroblech setzt auf schlanke Produktionslinien und kurze Durchlaufzeiten.
(v.l.) Viktor Lemp und Daniel Wortmeier begegnen den aktuellen Herausforderungen mit neuen Ideen und setzen auf Zusammenarbeit mit Partnern

Daniel Wortmeier (35) und Viktor Lemp (39) sind ehemalige Arbeitskollegen. Letzten Herbst haben sie den Entschluss gefasst, sich gemeinsam im Metallhandwerk selbstständig zu machen. Wortmeier ist Maschinenbauingenieur und Lemp Industriemechaniker, studiert aber nebenberuflich Maschinenbau. Beide möchten selbstbestimmt gestalten und Verantwortung tragen.

 

Die Jungunternehmer sind Branchenkenner. Sie haben einen gut durchdachten Businessplan entworfen und mit der Betriebsberaterin der Handwerkskammer, Ana Cristina Lavrador, Details besprochen. Im April gründeten sie die niroblech GmbH & Co. KG in Schloß Holte-Stukenbrock. „Im Handwerk können wir frei und eigenverantwortlich arbeiten“, erklärt Lemp. Dass die Gründungsphase des Metallbetriebes in die Zeit der Pandemie fiel, sehen die beiden Unternehmer als Herausforderung und blicken optimistisch in die Zukunft. „Momentan werden im Maschinenbau Aufträge zurückgehalten, wahrscheinlich geht es im Herbst wieder richtig los“, schätzt Wortmeier. Niroblech ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Edelstahl. Unter dem Motto „Edelstahlverarbeitung aus OWL“ bietet das Unternehmen ihren Auftraggebern Komplettlösungen an und setzt auf schlanke Produktionslinien. Den Zuschnitt kauft niroblech von festen Partnern aus der Region. Professionelles Abkanten mit einer CNC-Anlage, Schweißen, Oberflächenbehandlungen wie Beizen, Schleifen oder Strahlen sowie die mechanische Anarbeitung gehören zur Angebotspalette.

 

„Im Durchschnitt haben wir eine Durchlaufzeit von 48 Stunden“, erklärt Lemp. Der Erhalt der Lieferantenrechnungen und das Ausstellen der eigenen Rechnungen läuft fast zeitgleich, so dass die Liquidität gewährleistet ist. Weitergehende Wünsche von Auftraggebern, die die eigene Produktionspalette überschreiten, werden in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern erfüllt. „Die Kunden möchten Komplettlösungen aus einer Hand, wir bieten sie an“, betont Wortmeier. Die Jungunternehmer haben schnell auf den veränderten Markt reagiert. „Uns sind zwar 60 Prozent des zunächst geplanten Umsatzes weggefallen, dafür haben wir uns neue kreative Wege erschlossen“, fügt Wortmeier an. Die Akquise von Aufträgen gestaltet sich allerdings etwas aufwändiger. Niroblech ist beispielsweise auf der Online-Plattform „Wer liefert was“ gelistet und findet dort Interessenten und Geschäftspartner.

 

Mit dem Gastronomen und Diskothekenbetreiber Nico Thebille hat der Fachbetrieb für Metallbau eine hochwertige Desinfektionssäule entwickelt. Die aus Edelstahl gefertigte Säule wirkt ansprechend, ist äußerst stabil und praktisch zu handhaben: Der Flüssigkeitsbehälter ist an der Rückseite angebracht und ein Tropfschutz vermeidet, dass die Desinfektionsflüssigkeit auf den Teppich oder den Fußboden gelangt. Auf Wunsch wird die Säule mit einem Namenszug versehen. Die Lieferanten für die Aufkleber des Namenszuges und den Pumpdosierer kommen aus der näheren Umgebung. Des Weiteren arbeitet niroblech mit einem regionalen Anbieter von robusten Wind- und Sichtschutzvorrichtungen für Gartenanlagen zusammen. Die geplanten Umsatzziele hat das Unternehmen bereits übertroffen. Neben den beiden Gründern arbeiten schon fünf Facharbeiter für den Metallbaubetrieb. Bis Endes des Jahres sollen noch weitere Kollegen dazukommen.