21-12-2018

Starkes OWL-Handwerk in Zeiten des digitalen Wandels

Die Geschäftslage im ostwestfälisch-lippischen Handwerk zeigte sich 2018 im neunten Jahr in Folge ausgesprochen robust.

Die Geschäftslage im ostwestfälisch-lippischen Handwerk zeigte sich 2018 im neunten Jahr in Folge ausgesprochen robust. Die gut 158.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 21.200 Handwerksunternehmen in der Region haben 2018 einen Umsatz von gut 17,85 Milliarden Euro erwirtschaftet, das ist ein Plus von fünf Prozent. Für das Jahr 2019 erwartet das OWL-Handwerk ein Plus von vier Prozent.


„Der Ausblick ins Jahr 2019 bleibt optimistisch“, erklärte Lena Stroth-mann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. Die Auftragsbücher seien vor allem im Bauhandwerk sehr gut gefüllt. Da im öffentlichen Raum, beispielsweise bei Brücken, Schulen und Straßen, ein hoher Sanierungsbedarf bestehe, sei davon auszugehen, dass die Geschäftslage gut bleibe. „Allerdings können ein ungeordneter Brexit und eine lahmende Weltwirtschaft vor allem für die handwerklichen Zuliefererbetriebe eine Bedrohung darstellen“, betonte Lena Strothmann.
Das Handwerk - nicht nur in Ostwestfalen-Lippe - erlebe derzeit „spannende und neue Entwicklungen“, sagte die Präsidentin. „Unser Wirtschaftszweig sieht vor allem die großen Chancen, die mit dem digitalen Wandel verbunden sind“, betonte Strothmann. Der Einsatz digitaler Technologien und neuer Materialien steigere die Vielfalt und Geschwindigkeit der Produktionsprozesse und bringe manchmal ganz neue Geschäftsmodelle hervor. Mit dem Vorhaben „Handwerk-Digital.NRW“ werde die Bielefelder Handwerkskammer Mitgliedsbetriebe bei der erfolgreichen Gestaltung des digitalen Wandels unterstützen.


Derzeit absolvierten im OWL-Handwerk 10.200 junge Leute ihre Ausbildung, das ist ein Plus von einem Prozent (Stichtag 30.9.2018). Trotz der positiven Ausbildungszahlen steht das Handwerk vor der großen Herausforderung, mehr Fachkräfte zu gewinnen. Aus diesem Grund wird die ostwestfälische Handwerksfamilie - die Handwerkskammer und die fünf Kreishandwerkerschaften - im Januar 2019 gemeinsam eine regionale Ausbildungsoffensive starten, für die jährlich gut 500.000 Euro eingesetzt werden soll. Das Geld soll unter anderem in Maßnahmen der Berufsinformation und -orientierung und die regionale Unterfütterung der Imagekampagne fließen.