16-08-2019

Umsatz pro Mitarbeiter steigt

Die Henrich Schröder GmbH engagiert sich in der digitalen Prozessoptimierung.
Thorsten Schröder führt gemeinsam mit seinem Bruder Cord das elterliche Unternehmen, dabei setzen beide auf neue Techniken und die digitale Optimierung der Arbeitsprozesse. © Foto:  Sara Buse-Niemann

Absoluter Favorit bei der Heiztechnik ist für Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Thorsten Schröder die Erdwärme. „Im Sommer kühlt das System und im Winter wärmt es“, erklärt Schröder, der gemeinsam mit seinem Bruder Cord das elterliche Unternehmen die Henrich Schröder GmbH in Gütersloh übernommen hat. Die Anlage für Erdwärme sei in einem Einfamilienhaus gut 8.000 Euro teurer, werde aber derzeit mit 5.000 Euro gefördert. Bei Erdwärme fallen nach Angaben von Schröder rund 20 Prozent weniger Energiekosten an und 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Die Kühlung erfolgt ganz einfach über die Fußbodenheizung, dazu braucht es fast keinen Strom – passive Kühlung nennt sich das System. Natürlich seien auch andere Heizsysteme heutzutage bedeutend energiesparsamer als noch vor einigen Jahren.

 

„Die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“, erklärt der Unternehmer aus Gütersloh. Eine gute Dämmung und ein luftdichter Gebäudekörper bilden die beste Grundlage für ein energiesparsames Heiz- und Wassersystem. Rund zehn Prozent der Kunden und Kundinnen der Henrich Schröder GmbH, die neu bauen, entscheiden sich für ein intelligentes Gebäude. Die Heizungsanlage wird dann in das Smart-Home-System integriert. Die intelligente Heizungsanlage lässt sich neben anderen elektronischen Installationen, wie Rollos oder Licht, vom Smartphone aus steuern. Bei fast allen neueren Heizungsanlagen, auch denjenigen die nicht ins Smart-Home-System integriert sind, ist ein Online-Service möglich. Einer der 53 Mitarbeiter loggt sich vom Firmensitz in Gütersloh-Isselhorst in die Heizungsanlage ein und begibt sich bei Bedarf auf Fehlersuche. Für den Kunden entstehen bei diesem ersten Check keine Fahrtkosten.

 

Lässt sich der Fehler nicht online beheben, erfolgt ein Besuch vor Ort. „Seit zehn Jahren arbeiten wir an einer digitalen Prozessoptimierung“, berichtet der Unternehmer. Die Kundendienstler sind mit einem Tablet ausgestattet, alle anderen – auch die 14 Auszubildenden – verfügen über ein Smartphone, über das die Verwaltung und die Auftragsabwicklung erfolgt. Jeder Auftrag wird digital einem Projekt zugeordnet, alle Vorgänge, Arbeiten und technischen Details werden dort hinterlegt – auch die Online-Diagnose. Werden für einen Einsatz beim Kunden Ersatzteile und spezielles Werkzeug benötigt, gibt der Monteur digital die Infos an den Lageristen, der das Material zusammenstellt. Auch der Arbeitseinsatz des Lageristen wird projektbezogen erfasst und kann von der Buchhaltung konkret zugeordnet werden. „Die Monteure und Kundendienstler müssen nicht schreiben, sondern sprechen ihre Informationen einfach ins Smartphone, ein Sprachprogramm wandelt die Informationen in Texte um“, erklärt Schröder. Den Monteuren auf den Baustellen steht digital und ebenfalls projektbezogen neben konkreten Arbeitsinformationen auch eine detaillierte Zeichnung der Baustelle zur Verfügung. „Der Umsatz pro Mitarbeiter ist seit der Umstellung auf digitale Prozesse angestiegen“, betont der Handwerksmeister.

 

Inspirationen und Ideen für seinen Betrieb bekommt er in verschiedenen ERFA-Gruppen (ERFA meint Erfahrungsausstausch). Angefangen hat die Digitalisierung mit der Erstellung eines Handbuches, das alle Informationen, Normen und Angaben zum Heizungsbau und zur Badinstallation enthält. Einmal im Jahr bekommen die Mitarbeiter noch eine ausgedruckte Form, monatlich wird die digitale Variante aktualisiert. „Die Mitarbeiter haben alle Informationen, die sie für ihre Arbeit brauchen, in der Tasche immer dabei“, freut sich Schröder. Um Mitarbeiter zu binden, bietet die Henrich Schröder GmbH die Möglichkeit, sich an der sTEAM GmbH zu beteiligen. Das S steht für Schröder, das Team ist die Belegschaft. Der sTEAM gehören alle Montagefahrzeuge, Maschinen, Werkzeuge und auch die Arbeitskleidung. Ein wirtschaftlicher Umgang mit den Arbeitsmaterialienerhöht den Gewinn.