07-09-2018

Zukunftskonzept Handwerkliche Bildungsstätten in OWL

Auf Basis der vorlegten Fakten empfiehlt das Institut dem Handwerk in OWL, über eine stärkere Konzentration der Bildungsstätten nachzudenken.

Im Auftrag der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern hat das Heinz-Piest-Institut (HPI) für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover die Landschaft der handwerklichen Bildungsstätten in ganz Nordrhein-Westfalen untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen nun vor und liefern die notwendigen Daten und Fakten für die gemeinsame Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes für die Ausbildung im OWL-Handwerk durch die fünf Kreishandwerkerschaften Bielefeld, Gütersloh, Paderborn-Lippe, Höxter-Warburg und Wittekindsland sowie die Handwerkskammer OWL. Untersucht wurden sowohl die Auslastung der Bildungsstätten wie auch deren technische Ausstattung. Auf Basis der vorlegten Fakten empfiehlt das Institut dem Handwerk in OWL, über eine stärkere Konzentration der Bildungsstätten nachzudenken. Heute wird die handwerkliche Aus-, Fort- und Weiterbildung von unterschiedlichen Trägern an insgesamt 15 Standorten in der Region angeboten.

 

Wichtig ist den Entscheidungsträgern der ostwestfälisch-lippischen Handwerksfamilie, dass gerade mit Blick auf die Auszubildenden eine „Konzentration in der Fläche“ erfolgt. Die Berufsbildungsstätten müssen in den „gängigen“ Ausbildungsberufen weiterhin erreichbar für die Auszubildenden sein. Zudem muss die handwerkliche Bildung nach einhelliger Auffassung von Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammer in den „Händen des Handwerks“ bleiben. Ein besonderes Augenmerk muss zudem auf die Qualität der Ausbildung gelegt werden. Allerdings darf auch die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht gelassen werden. Chancen zur nachhaltigen Standortplanung des Handwerksbildungszentrum Brackwede wie auch Überlegungen für den ländlichen Raum in OWL, u. a. die Ausbildungsstandorte in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford, werden vom HPI zur Prüfung empfohlen.

 

Auszubildende im Handwerk besuchen während ihrer Lehre neben der Berufsschule auch Schulungen in Handwerksbildungszentren. Die Dauer der Schulungen variiert abhängig vom Ausbildungsberuf und beträgt eine bis maximal drei Wochen pro Ausbildungsjahr. Die Idee dahinter: Kleine und mittelgroße Handwerksbetriebe verfügen zumeist nicht über spezielle Lehrwerkstätten wie beispielsweise große Industrieunternehmen. Die Lehrwerkstätten der Handwerksbetriebe konzentrieren sich in den Bildungszentren.


PDFBedarfsanalyse zur überbetrieblichen Berufsbildungsinfrastruktur des Handwerks