12-11-2019

Campus Handwerk: Identität für 21.000 Mitgliedsbetriebe

Architektur als Instrument des Corporate Marketings.

 Heiner Dresrüsse, Handwerkskammer-Vizepräsident, Alf Meyer zur Heyde, Präsident des Marketing Clubs, Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin der Handwerkskammer, und Referent Dr. Jons Messedat

Gemeinsam hatten der Marketing Club OWL Bielefeld und der Bund Deutscher Architekten zur Veranstaltung „Architektur als Instrument des Corporate Marketings“ eingeladen. Gastgeberin war die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. Das Gebäude am Campus Handwerk gilt als Beispiel für eine gelungene Umsetzung eines sorgfältig geplanten Corporate Designs. „Unser Gebäude steht für die Innovationsfähigkeit des Handwerks“, betonte Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin der Handwerkskammer, „alle, die in unseren 21.000 Mitgliedsbetrieben arbeiten, sollen sich damit identifizieren können.“ Das Gebäude vereine Berufsbildungszentrum, Kompetenzzentrum für Intelligente Gebäudetechnologien und Verwaltung unter einem Dach. „Dieser Gebäudetypus musste erst entwickelt werden“, erklärte Dr. Illig. Zwei unterschiedlich hohe Gebäudeteile sind durch ein Forum verbunden. Die Fachräume, Lehrwerkstätten und Unterrichtsräume in einem, sind bodentief verglast und geben als Schaufenster des Handwerks Einblick in die Vielfalt der handwerklichen Berufe und die berufliche Bildung.

 

Alf Meyer zur Heyde, Präsident des Marketing Clubs, gefiel es, dass sich die Handwerkskammer durch das neue Gebäude positioniert hat und sich stark nach außen öffnet. Lob fand er für die „unglaubliche Transparenz". „Das Gebäude spricht für sich“, so Meyer zur Heyde.

 

Als weiteren Leuchtturm für eine gelungene Architektur nannte Referent Dr. Jons Messedat, Architekt und Industriedesigner aus Stuttgart, die Reichstagskuppel in Berlin. Die Kuppel bezeichnete er als „identitätsstiftenden Moment“ für die Bundesrepublik Deutschland, die Bürgerinnen und Bürger könnten ihre Politiker beim Arbeiten beobachten. Messedat gehörte in der Entstehungszeit dem Architektenteam von Sir Norman Foster an. Die aktuellen Trends in der Architektur bezeichnete er als vielseitig, Räume würden hybrid, die Funktionen vermischten sich. Handel und Entertainment funktionieren inzwischen zusammen. Als Beispiel nannte er die Strategie von Weber Grill. An 33 Standorten gibt es Weber Grill Academys, also Schulungsräume, anstelle reiner Verkaufsstellen. Messedat nannte auch widersprüchliche Entwicklungen: Während sogenannte Shopping Malls wegen des Online-Handels nicht gut laufen, errichten Online-Händler Offline-Shops, also „reale“ Verkaufsstellen. „Analoge“ Gebäude werden durch virtuelle Elemente angereichert, bei einigen Gebäudekonzepten komme sogar die Frage auf: Ist die Umsetzung instagram-tauglich?