28-02-2020

Gebäudetechnik planen

Liska Böversen lernt, mit einer BIM-fähigen CAD-Projektierungssoftware umzugehen.
Liska Böversen und Roland Willrich von der Handwerkskammer im Fachraum Elektrotechnik

Liska Böversen (20) hat in der Industrie eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik absolviert und ist schließlich ganz bewusst ins Handwerk gewechselt. Zurzeit besucht sie in Vollzeit den Meisterkurs im Campus Handwerk in Bielefeld.


Nach der mittleren Reife begann die Petershagenerin ihre Ausbildung bei einem großen Unternehmen in Minden. Dass sie praktisch arbeiten wollte, war ihr schon während der Schulzeit klar. „Die Erfahrungen in meiner Familie waren prägend“, äußert die junge Frau. Handwerkliches  Arbeiten auch mit ihren Geschwistern gehörte von klein auf dazu.


Gefallen hat ihr während ihrer Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik die Betreuung von konkreten Projekten. Eine Aufgabe wird gestellt und mit allen Herausforderungen ausgeführt. „Das ist aber nicht der Alltag im Beruf einer Industrieelektronikerin“, sagt Böversen. Daher hat sie eine Alternative für sich im Handwerk gesehen. Über einen Bekannten hat sie vom Campus Handwerk und seinen technischen Möglichkeiten erfahren. „Die praktische Arbeit im Handwerk hat einen konkreten Bezug zu einem Auftrag“, erklärt Böversen, „man weiß genau, wofür man gerade tätig ist.“ Mittelfristig möchte sie gerne in die Projektplanung gehen.

 

Im Campus Handwerk lernt sie, mit einer BIM-fähigen CAD-Projektierungssoftware für die Gebäudetechnik umzugehen. BIM (Building Information Modeling) bedeutet: Architekten, Planer, Fachhandwerker arbeiten gemeinsam an einem digitalen Gebäudemodell. „Dies führt zu mehr Transparenz über den gesamten Projektablauf, einer höheren Effizienz bei Planung und Ausführung sowie einer größeren Kostensicherheit“, erklärt Roland Willrich, selbst Elektrotechniker-Meister. Das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer arbeite schon seit vielen Jahren mit diesem System. Die angehende Elektrotechniker-Meisterin mag neben der praktischen Arbeit die Betriebsführung und die Organisation von Arbeitsabläufen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken auf einer Baustelle stellt für sie eine spannende Herausforderung dar. Seit 20 Jahren ist Liska Böversen, die erste Frau die den Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk besucht. „Leider entscheiden sich nur sehr wenige Frauen für eine Fortbildung zum Elektrotechniker-Meister“, erklärt Roland Willrich, stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums. Über ihre Zukunft macht Liska Böversen sich keine Sorgen: Leute wie sie sind im Handwerk gefragt.