08-06-2020

Gute Auftragslage bei Dachdecker Wünsch

Gründen während der Pandemie: Unterstützung durch die Betriebsberatung der Handwerkskammer.
Benjamin Wünsch und seine Frau Jamina Hagen.

Das Dachdecker-Handwerk gehört zu den Gewerken, die gute Zukunftschancen bieten. Benjamin Wünsch (32) aus Bielefeld hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Seine Ausbildung machte er in Bielefeld, anschließend absolvierte er eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in Herford. Arbeitserfahrungen als Bauleiter sammelte er in einem Herforder Großbetrieb.

 

Im November 2019 fiel die Entscheidung, sich selbstständig zu machen. Benjamin Wünsch wandte sich an die Betriebsberatung der Handwerkskammer. Handwerkliches Können, konkrete Pläne und gute Verbindungen bildeten die Grundlage seiner Gründungsidee. Mit Unterstützung von Angela Rehorst, Leiterin der Betriebsberatung der Handwerkskammer, formulierte er einen detaillierten Businessplan, der auch die Bank überzeugte. Dass seine Gründung in den Beginn der Corona-Pandemie und den großen Lockdown fiel, war natürlich nicht geplant, hielt Wünsch aber nicht davon ab, durchzustarten. „Eine Krise ist ein Bruch der Normalität und bietet die Chance, etwas zu ändern oder etwas Neues zu beginnen und sich weiterzuentwickeln. Gewinner werden die ideenreichen, flexiblen Unternehmen sein“, erklärt Angela Rehorst.

 

„Der Bürokratieanteil bei einer Gründung ist ziemlich hoch", stellte der Dachdecker schnell fest. Bei der Bewältigung der Formalitäten konnte er auf die Unterstützung der Handwerkskammer zählen. „Während viele Behörden im April nur teilbesetzt waren, gab es in der Handwerkskammer durchgängig Unterstützung“, lobt der frischgebackene Unternehmer. Seit dem 16. April ist er in der Handwerksrolle eingetragen. Gleich mit zwei Mitarbeitern und einer Aushilfe legte er los. Ein Firmenbulli mit seinem neuen Logo und topmodernes handwerkliches Werkzeug waren die wichtigsten Anschaffungen. Firmenkleidung mit Logo gehört ebenfalls dazu. Ein neu eingerichtetes, repräsentatives Büro für Kundengespräche steht zur Verfügung. Den ersten Großauftrag erhielt Wünsch über ein befreundetes Unternehmen. In Hannover deckt sein Fachbetrieb ein 1.600 Quadratmeter großes Flachdach ein. Der Umkreis seines handwerklichen Schaffens darf seiner Vorstellung nach rund 120 Kilometer betragen. „Dann sind keine Übernachtungen notwendig“, so der staatlich geprüfte Techniker. Das sei in Zeiten von Corona sowieso schwierig.

 

Sein Spezialgebiet sind Flachdächer, aber auch alle anderen Aufträge führt er mit seinem neu gegründeten Unternehmen aus. Benjamin Wünsch blickt optimistisch in seine berufliche Zukunft. Ein zweites Firmenfahrzeug möchte er in Kürze anschaffen. Wie viele seiner Berufskollegen sucht auch er weitere Fachkräfte, um alle Aufträge zeitnah ausführen zu können. An der Selbstständigkeit gefällt ihm vor allem, dass er eigene Ideen umsetzen und eigene Erfahrungen sammeln kann. „Nur so kommt man im Leben weiter“, erklärte der Bielefelder, der im letzten Jahr Vater geworden ist und seine kleine Familie und die Familien seiner Angestellten versorgen muss.