16-04-2020

Handwerker vertrauen "ihrer Kammer"

Über 3.000 Anrufe gingen bei der Hotline der Handwerkskammer ein.
Betriebsberaterin Ana-Cristina Lavrador unterstützt die Mitgliedsbetriebe gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen

Die staatlich verordneten Eindämmungs-Maßnahmen aufgrund der Corona-Krise verursachen einen harten konjunkturellen Absturz vieler Betriebe mit bislang unbekannter Dynamik. Weitergehende Allgemeinverfügungen der Städte und Gemeinden und deren Umsetzung durch die Ordnungsämter sorgen für weitere Verunsicherung. Deshalb wurde bereits Mitte März das gesamte Beratungs- und Serviceangebot der Handwerkskammer auf Krisenmanagement fokussiert und personell und fachlich deutlich verstärkt. Dafür wurden ein internes Kriseninterventionsteam sowie eine "Corona-Hotline" für ratsuchende Handwerksbetriebe installiert. Bis zu 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Geschäftsbereiche der Handwerkskammer haben sich in der Hotline für die Mitgliedsbetriebe engagiert und eine deutlich erweiterte Erreichbarkeit auch an Samstagen ermöglicht.

 

Die Hotline 0521/5608-444 ist von Beginn an stark gefragt: Zunächst wollten viele Anrufer einfach ihre oft verzweifelte Lage mit jemandem vertrauensvoll besprechen, inzwischen stehen zunehmend fachliche Fragen im Mittelpunkt der Gespräche. Dazu müssen die für die Anrufer relevanten Themen und Problemlagen schnell identifiziert und fachlich qualifiziert aufbereitet werden. Mit dem Start des NRW-Soforthilfeprogramms standen die Telefone der Hotline nicht mehr still; mehr als 3.000 Anrufer wandten sich bislang an die Handwerkskammer.

 

Unter Hochdruck haben Betriebswirte, Ingenieure und Juristen der Handwerkskammer zu Beginn der Corona-Krise innerhalb weniger Tage gemeinsam eine hochaktuelle Informationsplattform ("Corona-Website") entwickelt, die sowohl intern als auch von zahlreichen Betrieben als Wissensdatenbank genutzt wurde. Dort werden Fragen zu Hygiene, Sicherheit, Soforthilfe oder Kurzarbeitergeld beantwortet. Die Datenbank wird weiterhin permanent aktualisiert und erweitert. Effektiv ist in diesem Kontext auch die schnelle und effektive Zusammenarbeit der Betriebsberatungen der sieben NRW-Handwerkskammern und der Landesgewerbeförderungsstelle.

 

Vor allem Anfragen von Kleinstbetrieben und Soloselbstständigen erreichen das Beraterteam. Weitere häufige Fragen betreffen die erlaubte Öffnung oder notwendige Schließung des Betriebes. Insbesondere bei den Gesundheitshandwerken oder gesundheitsnahen Handwerken sowie bei Mischbetrieben mit Einzelhandel und Werkstatt ist die Verunsicherung über erlaubte oder verbotene Tätigkeiten groß.

 

Viele Betriebsinhaber sorgen sich um die Gesundheit der Mitarbeiter und erkundigen sich nach Schutz und Vorkehrungen innerhalb des Betriebes und bei Kundenbesuchen. Neben betriebswirtschaftlichen Themen werden auch häufig Fragen zu den Themen Ausbildung und Prüfungen gestellt. Viele Ausbildende, Auszubildende und deren Eltern wenden sich verunsichert an die Hotline. Dabei geht es um Prüfungstermine, den Schulbesuch, aber auch darum, wie die Ausbildung bei verordneter Schließung oder Kurzarbeit fortgesetzt werden kann.