22-07-2019

High-Tech nur mit Ausbildung

Eine fundierte Ausbildung ist Voraussetzung für einen guten Job im Maschinenbau.
Andrea und Daniel Hüttenhölscher nehmen sich für die Beratung ihrer Kundinnen und Kunden viel Zeit. Dem ersten Gespräch folgen weitere. © Foto: Manuela Himmelreich

Die Zukunft der Arbeitswelt hat schon begonnen. In der Industrie werden Produktionsvorgänge nach und nach automatisiert. Möglich werden die automatisierten Herstellungsverfahren durch speziell gefertigte Sondermaschinen. Das Handwerksunternehmen Hüttenhölscher Maschinenbau GmbH & Co. KG aus Verl hat sich auf die Konstruktion, Entwicklung und den Bau dieser Produktionsanlagen spezialisiert.

 

Kunden des Unternehmens kommen schwerpunktmäßig aus der Möbelindustrie.
Die hochkomplexen, handwerklich gefertigten Anlagen werden im Unternehmen in einem mehrstufigen Verfahren hergestellt. Das Familienunternehmen ist seit der Gründung 1981 stetig gewachsen. Fundament des Wachstums sind für die Geschäftsführenden Gesellschafter Norbert (71) und Daniel Hüttenhölscher (41) gut ausgebildete engagierte Mitarbeiter sowie der gelebte Teamgedanke. Mittlerweile ist aus dem Drei-Mann-Betrieb  ein Unternehmen mit 185 Mitarbeitern geworden – darunter 13 Auszubildende in den Gewerken Zerspanungsmechaniker (1), Mechatroniker (3), Feinwerkmechaniker- Schwerpunkt Maschinenbau (8) und Fachkraft für Lagerlogistik (1) sowie drei Studenten. Im Sommer werden vier weitere junge Leute ihre Ausbildung beginnen.


Geschäftsführer Daniel Hüttenhölscher hat selbst erst eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert und schließlich ein Ingenieur-Studium im Bereich Maschinenbau mit dem Schwerpunkt „Konstruktion von Fertigsystemen“ angeschlossen. „Alle unsere Mitarbeiter haben zunächst eine duale Ausbildung absolviert“, erklärt Hüttenhölscher. Denn ohne das grundlegende Wissen, das in der Ausbildung erworben wird, sei es nicht möglich, die Aufgaben in der Konstruktion oder beim Bau der Maschinen zu erfüllen. „Deshalb bieten wir  ein praxisorientiertes Studium nach dem Soester Modell an. Als Praxis-Grundlage für das Maschinenbau-Studium wird erst die dreijährige Feinwerkmechaniker-Ausbildung absolviert, anschließend folgt das Akademische an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest“, ergänzt Andrea Hüttenhölscher, gelernte Journalistin und im Betrieb für Marketing und Unternehmenskommunikation zuständig.  


Bei den Gesprächen mit den möglichen Auftraggebern lauten die ersten Fragen des Vertriebs-Teams stets: „Was soll die Maschine können? Soll sie voll- oder halbautomatisch arbeiten, werden Roboteranwendungen benötigt?“ Das Hüttenhölscher-Team setzt sich aus Fachhandwerkern, Technikern und Ingenieuren aus den Bereichen Metall und Maschinenbau zusammen.


Gemeinsam mit dem Auftraggeber entwickeln sie ein Anforderungsprofil für die Anlage. Diese wird dann im CAD-System digital in einem 3-D-Modell entworfen und überprüft.


Wenn die Detailplanungen zwischen Projektteam und Auftraggeber abgestimmt sind, gehen die Zeichnungen, die automatisierten Stücklisten und die 3-D-Daten für die Anlage in die Fertigung. Hier werden die Fertigungsteile von Feinwerkmechanikern zugeschnitten, entgratet und gegebenenfalls geschweißt und anschließend von Zerspanungsmechanikern gefräst.


Schließlich werden die Entwürfe für die hochkomplizierten Anlagen in Montagegruppen von den Feinwerkmechanikern exakt montiert und aufgebaut. „Wir benötigen kreative Facharbeiter, die eigene Entscheidungen fällen und Lösungen ausarbeiten können“, betont Daniel Hüttenhölscher. Der Inbetriebnahme beim Endkunden durch die Monteure des Unternehmens Hüttenhölscher geht stets eine Vorabnahme im eigenen Haus voraus. Dafür werden die Sondermaschinen in Verl aufgebaut und getestet. Die Montage-Teams arbeiten projektbezogen und übernehmen Verantwortung für ihren Bereich bei der Montage und Entwicklung einer Anlage, die Leitung der Teams obliegt ausgebildeten Handwerksmeistern.