23-10-2020

Ökologisch und dennoch Hightech

Das Handwerksunternehmen wurde durch Ökoprofit ausgezeichnet.
Michael Schlebrügge und Marita Ikemeyer bieten Komplettlösungen für den gesamten Innenausbau

Die nachhaltige Verbindung von ökologischem Nutzen und ökonomischem Gewinn ist ein Prozess, der nie aufhört. Marita Ikemeyer und ihr Geschäftspartner Michael Schlebrügge gehen mit ihrem gemeinsamen Unternehmen Akustik-Trockenbau & Malerbetrieb Ikemeyer & Schlebrügge GbR in Borchen diesen Weg. Die Auszeichnung durch „Ökoprofit“ im Kreis Paderborn tragen sie mit Stolz.


Die Ziele und Verfahren des betrieblichen Umweltmanagements müssen in den Köpfen aller Mitarbeitenden ankommen. „Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich geeignete Maßnahmen im Betrieb umsetzen“, betont Michael Schlebrügge, Meister für Akustik- und Trockenbau. Die Einführung des Umweltmanagements habe nicht nur die Betriebskosten gesenkt und gleichzeitig umweltschonende Prozesse etabliert, sondern auch den Teamgeist gefördert. Dreh- und Angelpunkt war die Mülltrennung. Insgesamt sechs Container hält das Unternehmen vor. „Unsere Mitarbeitenden haben das Trennsystem so verinnerlicht, dass sie auch zu Hause viel genauer ihren Müll trennen“, fügt Maler- und Lackierermeisterin Marita Ikemeyer an. Bei der Umsetzung weiterer Maßnahmen hat das Unternehmen immer die gesamte Ökobilanz im Blick. „Wir ersetzen beispielsweise Lampen erst durch LED-Leuchten, wenn sie defekt sind“, so Schlebrügge.


Tadellos funktionierende Technik wird nicht ausgetauscht. Genauer ist das Team auch bei der Klassifizierung von Materialien geworden. Allein die Nennung von Inhaltsstoffen auf den Verpackungen reicht nicht aus. Inhaltsstoffe, darunter auch allergiefördernde oder gefährliche, werden zusätzlich auf Etiketten gedruckt, die am Lagerregal angebracht werden. Gefahrenhinweise wie „nicht einatmen“ oder „bitte Schutzbrille tragen“, sind ebenfalls sichtbar aufgestellt. Ein kleiner, aber nützlicher Beitrag zum Umweltschutz ist beispielsweise die Umwandlung des Rasens in eine bienenfreundliche Blumenwiese. Als künftigen Schritt können sich die beiden Unternehmer vorstellen, den Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umzustellen. „Einfach elektrisch betriebene Autos zu kaufen, reicht aber nicht, wir sind dabei, ein Betriebsmanagementsystem zu entwickeln“, erklärt Schlebrügge. „Auf den Ökoprofit-Workshops haben wir andere Unternehmer aus dem Kreis Paderborn kennengelernt“, betont Ikemeyer, „wir haben voneinander profitiert, auch wenn wir ganz unterschiedliche Geschäftsfelder hatten.“ Den Prozess wollen die beiden unbedingt fortsetzen.    

   
Ihr Unternehmen bietet Komplettlösungen für den gesamten Innenausbau. Die Zusammenarbeit des Maler- und Lackierer-Handwerks und des Akustik- und Trockenbaus bewährt sich seit der Gründung im Jahr 2002. In ihren Kundengesprächen weisen die beiden auf ökologische Lösungen hin, die gut für das Raumklima sind und die die Umwelt schonen. „Die Beschaffenheit des Gebäudes oder Raumes gibt schon vieles vor“, erläutert Ikemeyer. Tendenziell setzt sie lösungsmittelfreie oder lösungsmittelreduzierte Farben ein. „Es gibt Wandfarben für Allergiker und solche, die in Krankenhäusern oder Altenheimen eingesetzt werden“, fügt sie an. Den Umgang mit immer neuen Materialen müssen die Mitarbeitenden kontinuierlich erlernen. Im Trockenbau setzt Schlebrügge beispielsweise neben Gipsbauplatten auch Lehmbauplatten ein.


„Die Häuser werden immer dichter, daher müssen die verwendeten Baumaterialien atmungsaktiv werden“, so Schlebrügge. Modernes Bauen und „alte“ Techniken und Materialen wie Lehmbau schließen sich für die beiden nicht aus, sondern weisen nach vorne. „Es erschließen sich ganz neue Möglichkeiten, beispielsweise bei der Integration von intelligenten Gebäudetechnologien“, betonen sie, „im Innenausbau lassen sich neue Technologien und Nachhaltigkeit optimal auch nachträglich verbind